With Full Force Festival
05.07. - 07.07.02, Roitzschjora - Airport

Haha! Donnerstag Nachmittag gegen 16 Uhr ging es los in Richtung Osten unserer schönen Republik. Ziel war Roitzschjora bei Leipzig, wo das 9. WITH FULL FORCE angesagt war. Die Hinfahrt verlief sehr ruhig bis wir dann in das erste kleine Dorf kamen. Einmal falsch abgebogen und da steht man dann...auf einmal war die bekackte Straße zu Ende und da stand nen Haus. Also umdrehen und zurück, an Nachwuchs-Faschos vorbei und durch diverse weitere Dörfer. Unterwegs gab es dann noch eine Landstraße, die ohne Vorankündigung zum schmalen Feldweg wurde, Kopfsteinpflaster und irgendein brennendes Dingsie am Straßenrand. Irgendwann kamen dann ein paar weiße Pappschilder auf denen mit schwarzer Farbe „WFF“ gesprüht war. Wir waren also fast da. Gegen 0 Uhr standen wir dann in der Schlange derer die auch alle aufs Gelände wollten. Die Warterei sollte dann auch noch 2 Stunden weiter gehen bis wir dann gegen 2.30 Uhr endlich die Zelte stehen hatten und uns dran machen konnten endlich den Grill an zu schmeißen. Noch n Bier dazu und alles war OK. Nach und nach entfernten sich meine Mitstreiter in ihre Zelte und ich stand mit dem Meyer alleine da rum. Bis 6 Uhr haben wir dann noch ausgeharrt und uns das Geschehen um uns herum angetan, dann war mal schlafen angesagt. 

FREITAG: Wie auf Festivals üblich wird nicht besonders lang geschlafen und zum Frühstück erst  mal ein feines Bierchen gezischt, was neben dem Konsum grüner Pflanzen natürlich dafür sorgt, dass man den ganzen Tag irgendwie breit ist. Das ist es doch worum es neben der Musik auf solchen Veranstaltungen geht, oder? Spaß haben bis zum bitteren Ende! Die erste Band, die uns an diesem sonnigen Tag vor die kleine Zeltbühne lockte waren SIDEKICK, die um 14 Uhr mit fettem Old School Hardcore die anwesenden Leute anständig wach rüttelten. Die Jungs aus Stuttgart wissen wie man sich in diesem Genre zu präsentieren hat. Viel Bewegung auf der Bühne sorgt auch für Bewegung vor der Bühne und für den Opener war auch schon recht viel los. Jetzt hieß es erst einmal Location checken und schauen was es denn auf dem Festivalgelände so alles gibt. Auf dem WFF setzt man auf ein paar Stände, Fressbuden, den kleinen Metal Markt und natürlich auf die Musik anstatt auf den ganzen Kirmes Kram der auf den meisten anderen Festivals geboten wird und mich dann doch eher nervt. Schönes Ambiente in Roitzschjora. Nach diversen Drinks waren UNION 13 die nächste interessante Kapelle. Die Kalifornier, die auf Hellcat zuhause sind, hab ich leider nicht ganz verfolgen können, aber was ich gesehen bzw. mehr gehört habe war cool. Schöner Agro-Streetpunk inklusive spanischem RANCID Cover „Roots Radicals“. Mittlerweile hatte sich die Uhr auf ca. 17 Uhr vorgearbeitet und es war Zeit die Hauptbühne zu besuchen da dort die Death-Trash oder was auch immer Metaller von CANNIBAL CORPSE rumbrüllten und ihre viel zu langen Haare schüttelten. Ha! Die sind mal schnell, aggressiv und fett! Haha! Lustig so etwas mal wieder gesehen zu haben, aber nach 3 Songs ist da auch der Spaß schon vorbei und es zog mich wieder ins Zelt zu DRI. Die alten Herren sind ja fast eine Legende, aber gut finde ich sie nicht unbedingt. Dazu kam noch, das der Gitarrensound die ganze Show lang zu leise war und zwischendurch ganz ausfiel. Außerdem war mein Breitheitsgrad zu diesem Zeitpunkt schon verdammt weit fortgeschritten und eine kleine Auszeit am heimischen Zelt war genau das Richtige. Aus diesem Grund habe ich dann leider auch die DICKIES verpasst, aber was macht das schon? Die seltsame DEAD KENNEDYS Reunion hatte mich neugierig gemacht, allerdings konnte ich mir nicht vorstellen wie das ganze ohne Mr. Biafra klingen soll. Zur Hälfte des Sets war ich vor der Hauptbühne und bekam Hits wie „Viva Las Vegas“, „Kill the Poor“ und „Holiday in Cambodia“ mit. Die original Band hat sehr gut gespielt, aber durch Sänger Brandon Cruz klang das ganze eher wie eine Coverband. Für mich als DK Fan ist das nichts! Die NYC-Prolls von BIOHAZARD waren als nächstes dran. 1995 auf dem Dynamo Festival hatte ich die Band abgefeiert ohne Ende, aber die Gigs die ich danach sehen durfte hatten mich nicht mehr umhauen können. Auch hier ging es mir nicht anders. Da konnten selbst alte Hits wie „Urban Discipline“ oder „Love  Denied“ nichts dran ändern. Die Jungs waren in meinen Augen einfach nur noch scheiße! Die bekommen es nicht mal mehr auf die Reihe anständig zu singen! 4 Songs haben mir da locker gereicht. Während ich mich dann von der Bühne entfernte, ging der „Angriff der Monsterkäfer“ los. Seltsame ca 2-3 cm große Käfer flogen überall durch die Gegend. Niemand wußte was das für Viecher sind, also Flucht in den Bulli! Vom Bus aus konnten wir diverse andere Festivalbesucher im Kampf mit den im Nachhinein von einem Security als Julikäfer beschriebenen mutierten Maikäfern beobachten. Genauso plötzlich wie die Käfer gekommen sind waren sie auch schon wieder weg und man konnte in Ruhe zu SLAYER gehen! Die amerikanischen „Kings of Trash“ haben Dave Lombardo für diese Tour wieder hinter der Schießbude und Mr. Araya, Mr. King und Mr. Hannemann wirkten auch kein nicht müde als der Opener vom neuen Album „God hates us all“ ins Publikum knallt! „War Ensemble“ war der 2. Hit und ich war begeistert. Mit „Mandatory Suicide“, „Hell Awaits“, „Dead Skin Mask“ und ein paar neuen Songs blieb kein Wunsch offen. Sound war etwas leise, aber das Licht machte die Show perfekt! Fett, fett, fett!!! Nach 1 ¼ Stunde verließ die Band die Bühne um mit „South of Heaven“ und dem Knaller „Angel of Death“ für 2 astreien Zugaben wieder auf die Bretter zu kommen. Sehr geil! Eigentlich wollte ich mir an diesem Abend noch die „Geschminkten“ bei der Knüppelnacht reinziehen, aber da war ich dann doch zu müde. Freitags spielten außerdem: Main Stage: SUBSTYLE, DEW-SCENTED, ARCH ENEMY, HYPOCRISY und ROB HALFORD. Zeltbühne: Hard Bowl: DEVIL INSIDE, SCATTERGUN, RAGING SPEEDHORN, 4LYN und NOMEANSNO Knüppelnacht: BEHEMOTH, GRAVE, LOCK UP, MARDUK, KATAKLYSM und IMPALED NAZARENE (Wie das Motto schon sagt handelte es sich hier um ganz üble Metal-Combos) 

SAMSTAG: Der 2. Morgen im Osten war schon fast Routine. Aufstehen, Bier trinken und Pflanzen rauchen. Da unser Grill Vorrat erschöpft war und auch meine Geldbörse schon etwas Ebbe hatte, machte ich mich auf nach Löbnitz, dem nächsten Ort. Nach ca. einer halben Stunde Fußmarsch erreichte ich dann den total überfüllten Konsummarkt nachdem ich unterwegs schon ne Sparkasse überfallen hatte. 2 nette Menschen die sich am Abend vorher die Batterie leer gefeiert hatten haben mich dann coolerweise noch mit zum Gelände genommen und mir damit einen Weg gespart. Relativ unspektakulär  gestaltete sich dann der weitere Verlauf des Vormittags bis um 14.30Uhr SKARHEAD auf die Bühne gingen. Den Anfang hab ich leider verpasst, aber dafür war der Rest um so besser. Von Kollegen Christian und Nico anständig heiß gemacht auf die Band, konnte ich mich für den NYHC der Mannen um Lord Ezac richtig begeistert. 2 Sänger, ne menge Drogen im Kopf und noch mehr prolliges Gehabe sind das Rezept für eine SKARHEAD Show! Ich sag nur „Drugs, Money, Sex“ und „We love Europe...all the Weed, all the Hash and all the Speed...!“ Nach dieser Übershow schlenderte ich noch ein wenig über das Gelände und erspähte auf der Hauptbühne ein paar Verrückte! Eine Band namens HAEMORRHAGE fing gerade an. Die Instrumentalisten standen in OP Kitteln und Pfleger Dress auf der Bühne und auf einmal kam ein mit Kunstblut überströmter Sänger auf die Bühne...na sowas hat auf jeden Fall Unterhaltungswert für ein paar Minuten. Den restlichen Tag verbrachte ich viel mit rumhängen bis um fünf vor sechs THE DISTILLERS im Zelt Gas gaben. Ich hatte die Band ja eine Woche zuvor in Essen zum ersten mal gesehen, wo sie mir sehr gut gefallen hat! Auch hier war Spass angesagt. Coole Show, vor allem weil Tim Armstrongs Gattin Brody schon 2mal das letzte Lied angekündigt hatte und der Bühnenroadie immer wieder Handzeichen für weiter Songs gab. Im Endeffekt haben die Amis länger gespielt als in Essen auf der Headliner Show! Direkt im Anschluss waren unsere alten Bekannten von den US BOMBS am Start. „Tora, Tora, Tora!“ war der Startschuß für 45 min. asozialsten 77er Punkrock mit Oberasi Duane Peters on da Mic! Hat der Mann eigentlich kein Zuhause? Entweder ist er mit den BOMBS oder mit den HUNNS unterwegs und Gerüchten zufolge soll er ja immer noch ein paar Skate-Contests fahren. Die Bomben haben nichts neues aber auch nichts schlechtes abgeliefert in sofern ging das mal voll OK! Mit DISCIPLINE konnte ich eigentlich noch nie wirklich was anfangen, aber das letzte Album fand ich beim hören irgendwo im Auto eigentlich ganz cool, also hab ich mir die Holländer mal reingezogen. Die Stimmung war sehr cool und es ging einiges vor der Bühne und beim COCK SPARRER Cover „Running Riot“ sah man dann nur noch alle Glatzen, Iros und Sonstiges mit Faust Richtung Himmel nach vorne rennen und lauthals Mitgröhlen. Vom feinsten. Jetzt war erstmal wieder ein bißchen Pause angesagt, den STRIFE mußte ich nicht unbedingt sehen. Die Käfer waren an diesem Tag glücklicherweise nicht annähernd so Zahlreich wie am Vortag und nach ein wenig Fleisch vom Grill, Bier aus der Dose und Gras aus der Tüte fand ich mich dann zur Hälfte des AGNOSTIC FRONT Sets vor der Main Stage ein. Der Nico und der Christian können diese Band so hoch loben wie sie wollen, aber ich mag die New Yorker nicht so gerne. Sie wirkten auf der großen Bühne auch etwas verloren obwohl der Mob recht gut tobte. Wirklich nicht mein Fall, auch wenn ich bei „Crucified“ auch mal kurz einen Gröhlen mußte. Vielmehr freute ich mich auf das was danach kam. Die alten Herren von MOTÖRHEAD waren an diesem Abend als Headliner eingeplant. Nach der mehr als geilen Show in Oberhausen konnte hier ja nichts mehr schief gehen und ich behielt recht. Das Set war zwar das Selbe, bis auf die Tatsache das  „Orgasmatron“ und „Born to raise Hell“ fehlten. Schade, 2 echte Hits. Ansonsten gab es aber nichts zu meckern. Die Drei sind einfach nur geil. Mehr will ich da gar nicht zu sagen. Nach dieser hervorragenden Show war Chilout am Zelt angesagt, wo unsere nervigen Nachbarn uns dann um 3.15 Uhr dazu überredet hatten uns SMOKE BLOW anzuschauen. Im Programm stand irgendwas mit Rock oder so, aber die Band konnte mich nicht überzeugen. Vielleicht war es Müdigkeit oder Breitheit, ich kann mich auch kaum noch dran erinnern. War  auf jeden Fall nicht der Bringer. Also ab nach Bett. Weiterhin spielten an diesem Tag auf: Main Stage: BAZOOKA, HEAVEN SHALL BURN, PUNGENT STENCH, GRAVE DIGGER, SUBWAY TO SALLY, KREATOR und OOOMPH! Zeltbühne: Hard Bowl: CATARACT, THE ROERHEDDS, RUMBLE MILITIA, M.D.C. und DOWN BY LAW Saturday Night Fever: KNORKATOR, ZIMMER’S HOLE und ALEC EMPIRE 

SONNTAG: Der letzte Festivaltag gestaltete sich am Anfang ähnlich wie alle anderen. Bier, Pflanzen, Fleisch und Wurst. Außerdem Nutella aus der Tube auf Brot. Einziger Zwischenfall waren ein paar Randale Brüder die in der Nacht wohl ihr eigenes Auto zertrümmert hatten und deswegen mit riesigem Aufgebot von Security vom Gelände verwiesen und dann von der Polizei abgeholt wurden. Um halb 1 ging es dann mit REVOLVER auf der Main Stage los. Die Band um den SUCH A SURGE Drummer macht harten Rock mit Einflüssen aus der Hardcore Ecke, schwer einzuordnen aber OK. Direkt im Anschluß ging es im Zelt weiter mit THE SPOOK. Über die Ruhrpottler sind die Leute ja sehr unterschiedlicher Meinung. Von schlechter MISFITS Kopie bis hin zu Hammer Kapelle mit schwerem MISFITS Einfluß hab ich da schon alles gehört außer der Band selber. Die Bühne war mit Grabsteinen geschmückt und nach kurzem Gruselintro kamen die Geister aus der Gruft. Schöne Songs, gute Show und coole Kostüme. Werde da wohl mal dran bleiben müssen. Anstatt DISHARMONIC ORCHESTRA standen OBSENITY auf der Hauptbühne, eine Band dessen Namen man auf T-Shirts nicht lesen kann und sich gleichermaßen auch die Musik nicht geben kann. Grauenvoll sowas. Während PRO PAIN alte Hits wie „Foul taste of Freedom“ oder „Death on the Dancefloor“ zum besten gaben, schländerte ich nochmal durch den Metal Markt und an den anderen Ständen vorbei, so das ich da nicht viel zu sagen kann. Danach war mal wieder abhängen angesagt. Die SATANIC SURFERS habe ich mir dort gespart, da ich die schon einmal bewundern durfte als der Sänger auch noch Schlagzeug gespielt hat, da war das noch speziell, desweiteren gefallen mir die letzten beiden Alben nicht. Bei SUBZERO war ich wieder dabei. So langsam war ich auch wieder alkoholmäßig voll dabei. Da half auch New York Hardcore nichts mehr, obwohl die Jungs mir echt gut gefallen haben. THE BUSINESS machten danach ordentlich Dampf! „We want justice – not politics!“ Genau das richtige zum Gröhlen für mich, denn mein Pegel stieg zusehens. Die ollen Engländer können’s noch und das richtig gut. Auch der Rest der Anwesenden hatte sichtlich Spass an der Band. Fein! Mit MAD SIN kam dann direkt der nächste Highlight auf uns zu. Die Berliner hatten mir damals auf der Monsters of Hauptstadt Tour überhaupt nicht gefallen, aber das neue Album „Survival of the Sickest“ kann echt einiges. Die Live Performance der Rockabilly Kings kann sich auch sehen lassen. Standesgemäß gibt es natürlich Contrabass, Halbresonanz Klampfe und einen gewichtigen Frontmann mit nem anständigen Flat auf der Rübe. Die nächsten 40 Minuten konnte ordentlich getanzt werden. Zum Ende hin kam auch noch nen Feuerspucker mit einem ca 3 Nummern zu kleinen Flammenanzug auf die Bühne und ließ ein wenig Feuer Richtung Publikum sprühen. Sowas weiß zu gefallen. Eigentlich sollten jetzt direkt die DROPKICK MURPHYS dran sein, aber SUCH A SURGE prollten noch auf der Hauptbühne rum. Ich hatte irgendwie garnicht gerafft, das die Affen auch spielen sollten. Na ja, aufgrund meines erhöten Alkoholpegels fing ich an die alten Hits der Band mit zu rappen. Früher fand ich die Band mal echt gut, aber heute lass mal. Die MURPHYS machten dann danach ihren Folk-Punk, was einige Leute richtig feiern ließ. Hits wie „Curse of a fallen Soul“, „10 Years od Service“ und „Skinhead at the MTBA“ wurden lauthals mitgesungen und Metalheads und Skinheads feierten zusammen die Bostoner. Direkt danach gab es auf der Zeltbühne SLAPSHOT. Mit den Worten „Ich bin eine geile Sau“ kam der „lustige Frontmann“ auf die Bühne und gab den Startschuß für 45 min. Boston Hardcore vom feinsten. Bin froh diese recht legendäre Band mal live gesehen zu haben, da ich die vor kurzem gelaufene Clubtour irgendwie verpaßt habe. MACHINE HEAD waren derweil auf der Hauptbühne zugange. Die Band fand ich früher mal richtig gut und mit meinem vollen Kopf hab ich dann doch kurzerhand en bißchen getanzt, was zufolge hatte das ich in alle Richtungen ca. 2 Meter Platz hatte. Erinnern kann ich mich zwar nur noch Schemenhaft, aber es war schon ganz lustig. An diesem Abend ging dann nichtmehr viel, da es am nächsten Morgen gegen 7 Richtung Westen in die Heimat gehen sollte. An diesem schönen Sonntag habe ich nicht gesehen: Main Stage: IMMORTAL, J.B.O., THE EXPLOITES und IN EXTREMO Zeltbühne: Hard Bowl: WATERDOWN, LOUSY und RIGHT DIRECTION The Last Supper: DORNENREICH, CANDLEMASS und FINNTROLL 

Das With Full Force 2002 war ein richtig geiles Festival und ich denke ich bin nächstes Jahr wieder dabei. See ya there! (patrick)