"Vans Off The Wall"-Tour
23.03.01, Hasselt (BEL) - Muziek-O-Drom

Nachdem der WATERDOWN-Gig an diesem Friday ja bekanntlich ins Wasser gefallen ist, taten sich doch plötzlich ganz andere Möglichkeiten der Freizeitgestaltung auf. MADBALL spielten z.B. in Bielefeld, aber die waren ja schon am nächsten Tag in Holland dran. Also, dann mal auf nach Belgien, wo die "Vans Off The Wall"-Tour erstmals Station machen sollte. Nach endloser Fahrt und langer Suche fanden wir gegen 20.00h endlich das Muziek-O-Droom in Hasselt. Anner Grenze gab es übrigens keine Probleme, obwohl mindestens zwei der vier beteiligten Personen bereits an der Maul- und Klauenseuche erkrankt sind. Aber dat is den Begiern ja eh egal. Zeitsprung: DEVIATES aus Amiland machten den Opener, die recht junge Band bot aggressiven Melocore, der zumindest live nicht im Genreüblichen Einheitsbrei unterging. War ok, obwohl ich für das kommende Album nicht zuviel erwarte. Wenig später waren POWERHOUSE, eine mir bis dato unbekannte HC-Band aus Kalifornien, an der Reihe. Die dicken Jungs boten fetten NY-styled Tough Guy-Hardcore, der ordentlich ankam. Man war wohl vor Jahren schonmal mit AGNOSTIC FRONT in Europa unterwegs, einige der Besucher konnten sich vielleicht noch erinnern. Die Jungs waren ok, obwohl recht viele Bands jene Hardcore-Stilrichtung ziemlich gut umsetzen. Das Krafthaus war also auch nicht besser als die anderen aus der Mittelschicht. Dann gab et endlich VENEREA aus Schweden - vor Jahren fand ich die mal richtig geil. Ich bin mir sicher, dass die kleinen Skatepunker mit 'nem Burning Heart-Siegel weitaus mehr Leute erreicht hätten, denn der schnelle und aggressive Melocore ist immer noch besser als die Mucke von etlichen Epitaph- oder Fat Wreck-Bands. Ich sach nur "Mr. President". Der Sound war zu laut und nicht ganz sauber, aber VENEREA gefielen dem Publikum. Zugabe. Ich fand's ganz ok, war zumindest 1000mal besser als die beschissenen SNFU. Leck misch am Arsch, ich wusste vorher schon, dass die Cali-Hippies nicht viel können. Was ich aber aus der Entfernung gehört und auch einige Minuten gesehen habe, war langweiliger Mid-Tempo Skate-Rock, dargeboten von alten, hässlichen und steifen Männern. Weitergehen. Nach 12 betrat dann endlich Headliner IGNITE die Bühne. Deswegen waren wir ja da. Das Intro im Sinne von Frank Sinatra's "My Way" war einfach NUR fett, es ging alles. Der Knüppelübergang zu "Who Sold Out Now?" konnte auch einiges, und schon flogen die Körper. In den folgenden Minuten wurden größtenteils neue Tracks geboten, aber auch alte Kracher wie "Embrace" oder "Ash Return" haben nicht gefehlt. Bei Coverversionen von U2 ("Sunday Bloody Sunday") und BAD BRAINS ("Banned In D.C.") ging ein guter Teil der 700 Anwesenden steil. Das wie üblich kräftige Stageacting der Band sowie die niedrige und nicht zu grosse Bühne haben die Show zum Knaller gemacht. Nach 45 Minuten haben wir uns dann zu den Klängen von "Veteran" verpisst, denn nach über 2 Stunden Fahrt sollte am kommenden Vormittag schon die European HC Party in Maastricht rufen. Ich freu mich auf die D-Land Dates von IGNITE, denn ganz egal in welchem Licht man die Kalifornia-Schönlinge betrachtet, eines steht fest: Vonner Musik und der Live-Show sind Zoli & Co. einfach klasse. (nico)