Tiger Army & Toxic Crap
20.11.02, Mülheim - Starclub
Endlich waren TIGER ARMY mal als Headliner unterwegs, im Vorfeld der Show kündigten sich bereits viele Leute an, um dieser Hammerband einen Besuch abzustatten. Ganz so voll wurde es dann doch nicht, hätte schon gedacht, das es ausverkauft wird, aber etwa 150 Leute schafften es auf den Mittwoch nach Mülheim. Den Support, TOXIC CRAP vom Bodensee, verpassten wir gekonnt, schliesslich sollte die Bahnreise mit massig Biergenuß gefeiert werden. Irgendwann nach 10 legten Nick 13 und seine beiden Kumpels dann los, ich glaube "Never Die" wurde zuerst abgefeuert. Doch ähnlich wie auch schon bei den Support-Shows für DROPKICK MURPHYS im Januar, hatten die Califonierer mit Soundproblemen zu kämpfen. Die Vocals zu leise, die restlichen Instrumenten hörten sich eher nach Brei an. Ich denke mal, dass eine Band wie TA ihre Plattenqualität sowieso niemals live 100% umsetzen kann, da fehlt das Feeling, die dicke Produktion, der Hall auffer Stimme und ausserdem wird on stage alles viel zu schnell runtergewichst. Kein Wunder, dass Up-Tempo Songs wie "Incorporeal" da eher wie erwartet rüberkamen. Aber genug gemeckert, schliesslich wurden ausser "Annabel Lee" alle Tracks der beiden Hitalben runtergezockt. Gut die Jungs mal in kleinem Rahmen face to face zu sehen. TIGER ARMY sind eine großartige Band, die live eine ordentliche Show boten, allerdings über meine Stereoanlage weitaus besser auftrumpfen. Der Abend war sowieso ziemlich Ereignisreich, ich hab mich im Starclub beim Bierholen auffe Fresse gelegt, dann gab's da noch son Typen mit Landser-Aufnäher, der kein Nazi war, dafür 'ne lustige Story über 10 Jahre im Knast sitzen wegen Todschlags zu erzählen hatte. Im ICE haben wir dann die ganze Rückfahrt nur englisch gesprochen, um uns vor der Zahlung des Zuschlags zu drücken - wat da für ne Scheisse gelabert worden ist. Und kurz vor Toreschluss um 5 Uhr morgens, hab ich beinah meine S-Bahnhaltestelle verpasst - Notbremse gezogen, aus dem anfahrenden Zug rausgesprungen und wieder auffe Fresse gelegt. Da war was los... (nico)
Keine Frage, die sympathischen Jungs aus Amiland knallen einem live 'ne ziemliche Ladung saucoolen Horror-Psychobilly-Punkrock vor den Bug und hämmern das Zeug mal eben doppelt so schnell wie auf den Platten runter.
Ein derartiges Brett hatte ein Teil des Publikums im dreiviertel gefüllten Star Club dann aber wohl doch nicht erwartet und sich eine stärkere zum Nähe Studiomaterial erhofft. Während besonders der Country-Midtempo-Knaller "Outlaw Heart" live doch etwas von seinem Charme einbüßte, erinnerten fast alle anderen Stücke sehr an geniale Highspeed-Rock'n'Roll Produktionen spanischer oder auch japansicher Machart. Rotzig und dreckig ging's 'ne gute Stunde lang zu Sache und im Gegensatz zu unserem Chef hat mich das kein bisschen gestört. Tiger Army live und auf Platte sind halt zwei Paar Schuhe ... Wenn aber eine Band dermaßen angenehm und energiegeladen Auftritt, sind sich am Ende doch fast alle wieder einig: TIGER ARMY NEVER DIE! (meik)