Satanic Surfers & Emery
20.04.02, Münster - Sputnikhalle

Lala, die SATANIC SURFERS waren mal wieder in Deutschland, wobei die Show im Kölner Underground Anfang des Montas sogar restlos ausverkauft war. In der Sputnikhalle war ich vorher noch nie, konnte mich aber durchaus begeistern, 'ne nette Industriehalle für 750 Leute, deutlich sympathischer als so manche Grossraumdisko im Ruhrpott. EMERY fingen pünktlich an, vom Namen her waren mir diese Jungs schon desöfteren untergekommen, kein Wunder, wenn man ständig den Local Support für irgendwelche Schweden- oder Ami-Skatepunk-Acts macht. Netter Melodic-Core, absolut nichts Neues, aber für dieses Publikum vollkommen ausreichend. Bei den SURFERS war dann wirklich die Hölle los, die Kids purzelten ja nur so auf die Bühne, fett. Jene war klein und nicht allzu hoch, dank dieser Umstände und dem nicht aufzuhaltenden Mob haben mir SS verdammt viel Spass gemacht. Sänger Rodrigo steht jetzt sogar direkt an der Front, hinter die Drums ist ein neues Mitglied gestiegen. Trotzdem bleiben die zotteligen Schweden eine bewegungsarme Band, ihr Frontmann hat sich größtenteils hinter dem Mikroständer versteckt. Da die Bühne wie erwähnt nicht allzu gross war, und meistens eh von Rucksacktragenden 16jährigen bevölkert wurde, musste die Band gar keine Kirmes veranstalten. Ganz alte Sachen wurden kaum gespielt, dafür viel Stuff der letzten drei Alben, darunter befand sich natürlich auch der ein oder andere arg mittelmässige Song. Positiv blieben mir "Together", "And The Cheese Fall Down" sowie "Equal Rights" in Erinnerung. Und auch wenn ich desöfteren über diesen 17jährigen MTV-Kids lästere, sie wissen was es heisst, abzugehen - dann doch lieber Kinder-Skatecore-Party anstand Skinhead-Pogo. Da im Anschluss noch Disco-Abend war, gingen die Lichter weit vor 11 Uhr aus, der Weg zurück nach Düsseldorf wurde mit Unterstützung der geilen SLAPSHOT "Step On It / Back On The Map"-CD in Rekordzeit von 60 Minuten bewältigt, da konnte man direkt noch im allseits geliebten AK 47 vorbeischauen. Dort hatte die erste Band AFFRONT gerade gespielt, als dann die Endstufe mal wieder ausgefallen ist. Naja, da kam ich wohl wie gerufen, denn als ehemaliger Booker dieses Ladens haben wir unsere Technik dort immer noch stehen. Bei all der Scheisse, die zwischen dem AK und Beer & Music gelaufen ist, wollen wir nur nicht vergessen, dass es ja nur um Punkrock geht, also nicht nachtragend sein, und den Kollegen mal eben die Technik leihen, sonst hätten UNITE AGAINST SOCIETY und CONTEMPT nämlich gar nicht spielen können. UAS aus Belgien kommen aus dem FUNERALL DRESS-Umfeld und machen Oi!. Vier Skinheads auf der Kiefernstrasse, das alles nach meiner Zeit und dann noch am 20.04.!? Wenn das die Antifa wüsste! Der Sound war teilweise ganz, ganz schlecht, die Benelux-Glatzen boten gute Ansätze - zwischen Rumpel-Oi! und Mitgröhl-Streetpunk. Mit leckeren Cover-Versionen, aber alles gut 20 Minuten zu lang. In der Pause bis zum CONTEMPT-Gig hätte man auch eine Halbzeit Fussball spielen können, mittlerweile war es halb 2. Hab die Schotten leider nur von draussen gehört, das Wetter war gut, da unterhält man sich halt lieber, als mit 70 Leuten auffem verklebten Boden rumzurutschen. Feierabend. (nico)