Sick Of It All & Rise Against
25.04.02, Essen - Zeche Carl

Huh, endlich mal 'ne Show, auf die ich im Vorfeld richtigen Bock hatte. SOIA inner Zeche, in heutigen Zeiten ist das ja geradezu ein kleiner Schuppen für die New Yorker. Den Anfang machten ARMED WITH ANFANG, Metal mit Hardcore-Roots, hab aber nur zwei Tracks gesehen. Der Raum war zu diesem Zeitpunkt eher zur Hälfte gefüllt. RISE AGAINST aus Amiland kommen ja über Fat Wreck raus, so hören sie sich dann auch an, durchschnittlicher Skate-Punk mit HC-Einflüssen, der live allerdings deutlich aggressiver rüberkommt. War ganz okay, aber nichts grosses, hat teilweise stark an STRIKE ANYWHERE erinnert. Naja, ich wollte eh nur SOIA sehen, die nach 'nem Sirenen-Intro recht schnell die Bühne betraten. Dann ging's wie gewohnt zu Sache, hätte allerdings erwartet, dass viele der 800 Leute in der fast ausverkauften Zeche noch mehr zur Sache gehen. Auch die Texte wurden von vielen kaum mitgesungen, vielleicht hat der Großteil die Band auch schon 2-3 mal zu oft gesehen. Lou & Co. präsentierten sich wie immer als überaus druckvolle Liveband, neben einigen neueren Sachen wurde überraschend viel aus der alten Kiste gezockt. Hätte erwartet, dass dieses Material weniger berücksichtigt würde. Insgesamt war es eine SOIA-Show, wie man sie zu erwarten hat, auch wenn ich auf Grund der Location (die Zeche ist z.B. nur halb so gross wie die Live Music Hall) doch mehr Enthusiasmus erwartet hätte. Einzig bei "Scratch The Surface" wurde das berühmte Braveheart-Game gespielt, da ging es mal richtig heftig zur Sache. SICK OF IT ALL gehören ohne Frage zu den besten HC-Livebands der Welt und 65 Minuten mit Hits wie "Step Down", "Injustice System", "Sanctuary" oder "My Life" rocken immer wieder. Die Herren sind ja jetzt noch gute 4 Wochen unterwegs, da lässt sich ein weiterer Besuch problemlos einrichten. (nico)

Als erster Support standen die Kollegen von Armed with Anger auf der Bühne. Die Jungs um ex Hardface Shouter Olli boten sehr heftigen, moshigen Doomcore, der wohl sehr von den schwergewichtigen Asis von Crowbar beeinflusst wurde. Für Freunde dieses Genres bestimmt zu empfehlen, nur aufgrund des guten Wetters war beim Set von AWA noch nicht allzu viel im Inneren der Zeche los. Die meisten zogen es vor, draußen abzuhängen, so auch ich. Somit verpasste ich dann die komplette Show des SOIA Tour Supports, Rise Against. Doch soweit ich gehört hab, soll dies nicht weiter tragisch gewesen sein. Mir wurde von Melocore ohne nennenswerte Höhen und Tiefen berichtet. Falls sich jemand für mehr Details interessiert, verweise ich hiermit auf die Review vom Nico. Pünktlich zu SOIA  betrat auch ich dann wieder das Innere der mittlerweile ausverkauften Zeche. Soia präsentierten sich sehr routiniert und legten mit good loolin´ out los. Im Verlauf des Sets bekam man einen guten Einblick quer durch die komplette Schaffensphase der Band geboten, wobei auch einige alte Stücke wie injustice system und my life zum Besten gegeben wurden. Soweit ich mich zurückerinnere, spielten soia recht wenig neue Stücke vom aktuellen Album „yours truely“, was mich nicht weiter störte, da ich bis auf „roses“ und einige andere Stücke eher enttäuscht von diesem Werk bin. Wie auch immer, soia waren halt ganz gut, obwohl ich auf bessere Publikumsresonanz gehofft hätte, aber viele der Anwesenden werden die Band auch nicht zum ersten Mal gesehen haben. Ich würde sagen, dass sich auch beim Publikum ab einem bestimmten Grad so etwas wie Routine einsetzt, die sich dann eben auch auf den Enthusiasmus auswirkt.  Bis zum nächsten Mal... (christian)