Osterrocknacht
31.03.02, Düsseldorf - Philipshalle

Die WDR-Osterrocknacht zu Düsseldorf ist bei mir schon seit Jahren beliebtes Ausflugsziel am Ostersonntag. Zum einen ist der örtliche Veranstalter immer sehr grosszügig und unterstützt dieses Anliegen mit VIP-Tickets, so dass das mainstreamige Programm nicht mit 33 Euro Abendkasse unterstützt werden muss. Diese werden hingegen im schicken VIP-Raum für Diebels Plato rausgeschmissen, da sind die Lampen direkt noch schneller an. Heimlicher Höhepunkt des Abends ist dann immer die Bizarre Festival-Pressekonferenz, Rockpalast-Ikone Peter Rüchel und seine Freunde trinken Rotwein und erzählen. Lustig. Musikalisch ist nicht allzu viel Interessantes dabei, um 19.00h spielten die englischen PopPunker von A auf der grossen Bühne der Philipshalle. Naja, ganz so übel sind die ja nicht, man hat immerhin einige schnelle Songs mit schönen Sommer-Singalongs dabei. Für 25 Minuten kann ich mir sowas mal geben. Danach war dann die berüchtigte Bizarre-Pressekonferenz angesetzt, war auch schon mal unterhaltsamer. Auf jeden Fall geht Ikone Peter Rüchel dieses Jahr in Rente - wie er uns mitteilte, wurde er allerdings vom WDR angefragt, auch die nächsten 2 Jahre zumindest die grossen Festivals zu moderieren. Gott sei Dank! Wer sonst sorgt denn für die besten Lacher, wenn das musikalische Programm mal wieder zu wünschen übrig lässt?! Draussen waren unterdessen JOHN SPENCER BLUES EXPLOSION am Werk, krachiger Garagensound, aber nicht meine Baustelle. Danach folgte meiner Meinung nach die beste Band des Abends (ernstgemeint!), SPORTFREUNDE STILLER aus München. Sehr sympathischer Indie-Pop-Kameraden mit Singalong-tauglichen Lyrics. Klasse. Dazu kommt, dass die Jungs sich wirklich sehr gepflegt und natürlich geben, mittlerweile ist mir diese Band wirklich ans Herz gewachsen. Und das neue Album "Die gute Seite" kann auch was. Auschecken! Dazu meinten die SPORTFREUNDE nur: "Der Herr Stoiber kann ja ruhig hier leben, sich ein schönes Häuschen bauen und mit seiner Frau Petting oder so machen, aber wählen müsst Ihr ihn deshalb bitte nicht!". Wieviel Geniales muss man vor laufenden WDR-Kameras denn noch sagen?. Schön. Feine Pop-Band. Danach gab es dann JIMMY EAT WORLD, schon leicht geschwächt durch einige Platos verzog ich mich auf die Sitztribünen, um mir dann gut 60 Minuten Emocore meets PopPunk zu geben. Die Show ging okay, denn einige feine Hits haben se ja. Und da das aktuelle Album auch sehr poppig punkrockend ausfällt, wurde es an manchen Stellen sogar zügiger. Soweit ich das alles noch weiss, ging die Sache in Ordnung, für "zwischendurch mal live" kann man JIMMY ruhig mitnehmen. Dann war für uns auch schon Schicht im Schacht, denn HEATHER NOVA muss nun wirklich nicht sein. Viele der gut 3.500 Besucher sahen das genauso, bis zum nächsten Mal beim Rockpalast! (nico)