NO FUN AT ALL - "STATE OF FLOW"
(Burning Heart Records)
Da kam doch unerwartet früh die neue NFAA-Scheibe ins Haus geflattert, ich hatte eigentlich
noch gar keinen richtigen Bock auf Sommer-Melocore-Songs. Doch erst einmal gehört, fand das gute Stück immer
wieder den Weg in meinen Player. Schwedens 'Second Best Punkrock-Band' hat nach dem Hammer-Album 'The Big
Knockover' die Handbremse angezogen und zeigt sich neuerdings von der rockigeren Seite. Es bringt ja auch eh'
nichts mehr den immer gleichen Melocore-Drist abzuliefern, da freut man sich doch umso mehr über die notwendige
Weiterentwicklung. Dennoch, und das war ja schon immer NFAA's Stärke, sind die Tracks super-catchy und sehr
melodiös geraten. Die Stimme vom alten Ingemar is eigentlich auch ganz cool. Da macht es dann auch nicht so viel
aus, wenn (fast) die komplette Band super-scheiße aussieht, sind eben alten Studienrat-Säcke. Oder waren das BAD
RELIGION...?
Also, wir sind ja nicht schwul, von daher ist es viel wichtiger, dass sich Bands wie die LUNACHICKS oder DONNAS mit
ihrem Aussehen beschäftigen. Doch zurück zum Thema: Die Scheibe kann ich nur empfehlen, am besten direkt zusammen mit
der neuen MILLENCOLIN kaufen, aber die habt ihr ja wohl schon.
Live sind NFAA im Mai zusammen mit SOIA u.a. auf der Flying High-Tour unterwegs, obwohl ich erhlicherweise zugeben muß,
dass die Schweden bühnenmäßig ein bisserl bescheiden agieren. Aber eigentlich interessieren ja nur SICK OF IT ALL, der
Rest ist Vorspeise. Man sieht sich... (nico)
NFAA wurden eigentlich schon immer in einem Atemzug mit ihren Labelkollegen MILLENCOLIN genannt und galten beide als
Vorzeigebands des melodischen Hardcores aus dem Königreich von Königin Sylvia. Und wie auch schon MILLENCOLIN mit
"Pennybridge Pioneers" bemerkt bei dem neuen Output von Ingemar Johansson und Co. Eine Rückbesinnung zur Melodie. Das
Tempo wich dem Rock´n´Roll.
NFAA bieten aber natürlich weiterhin ihren weichspülerischen Punkrock, bei dem die Haar- und Zahnspangen tragenden
Mädchen reihenweise dahinschmelzen werden und leider keinen Halt an den Baggy Pants ihres Nebenmannes finden (will
sagen, allerfeinste Popmusik), aber das Ganze wirkt einfach reifer und durchdachter. Hört euch Stücke wie "Second Best"
oder "Stumble and Fall" an, vielleicht fehlt die rohe Energie aus den "In a Rhyme"-Tagen, aber es ist schon
verdammt gute Musik. (Torsten)