Punk im Pott-Festival
29.12.02, Essen - Zeche Carl
Viel hab ich nicht mehr gesehen nach der Abschluss-Feier, aber der Sonntag bescherte uns mit dem alljährlichen "Punk im Pott"-Festival doch ein interessantes Programm. Gegen 21 Uhr liefen wir in der Zeche Carl ein, wenig später war dieser Laden auch schon mit rund 800 Leuten ausverkauft. ZSK, EMSCHERKURVE 77 und SONDASCHULE hatten wir leider verpasst, als "unsere" erste Band bestiegen dann die REVOLVERS die Bühne. Und ich würd mal behaupten, dass der Saal der Zeche an diesem Abend wohl nie mehr so voll war wie bei den Bochumern, die Punk'n'Roll-Jungs kamen dementsprechend gut an. Hab mir - wie von jeder anderen Band auch - nicht das ganze Set gezogen, aber die Jungs haben wie erwartet verdammt gute Tracks inna Tasche. RASTAKNAST waren auf das Publikum zugeschnitten, der Pogomob war in den ersten Reihen aktiv. Eine der besseren Punkbands in der Bundesrepublik, obwohl ich die Euphorie, die sich beim Erscheinen ihrer letzten Platte bei mir breitmachte, nicht mehr ganz nachvollziehen kann. Nichts dolles live. Oder doch zuviel Deutschpunk-Gesülze? Nachdem man den ganzen Abend lang viele korrekte Leute aussem Pott traf, die eigentlich musikalisch gar nicht auf das Dargebotene standen, hab ich auch von MUFF POTTER nicht viel gesehen. Is aber nicht schlimm, erst letztens waren se ja noch im Coffy zu Gast. Das sollte reichen. Den Abschluss machten irgendwann mitten inner Nacht dann 999 aus England. Deren Set vor verbliebenen 250 Leuten hat mich interessiert, obwohl ich nur eine schlechte Platte der alten Helden um LURKERS-Arturo besitze. Anyway, live fand ich die Bande ganz nett, aber bei weitem nicht so knallig wie etwa LURKERS im Herbst, zuviele Mittelmaß-Nummern wurden ausgepackt. Kann aber auch an nicht vorhanden Song-Kenntnissen meinerseits liegen. Immerhin hab ich die Herren jetzt mal live gesehen. Props an die Lost Boyz-Bande um Kay und Ameisenmann, die es tatsächlich geschafft diesen Abend (nachdem jeder den halben Eintrittspreis von je 6 Euro gelöhnt hatte) mit Unmengen Cola Light im Vorraum der Zeche Carl auszuhalten. Und dabei nicht eine einzige Minute des Live-Entertainments zu sehen bzw. hören! Ist das asozial?! Aber vom feinsten... (nico)