Propagandhi & Muff Potter
25.10.01, Köln - Stollwerk

Eben bin ich von PROPAGANDHI wiedergekommen. Et war schon interessant. Diese Jungs hatte ich noch nie live gesehen, aber über die Jahre hinweg hat man halt einige Storys über die politisch sehr stark motivierten Punkrocker gehört. MUFF POTTER waren Support im Stollwerck, das schon lange vor Beginn der ersten Band ausverkauft war. Rund 900 Leute in der Halle und 150 vor den Toren waren anwesend, als die Ostwestfalen mal wieder aufspielten. Gerade nach ihrem Gig vor ein paar Wochen in Bochum mag ich diese Band irgendwie, am heutigen Abend aber hatte ich nicht wirklich viel Lust auf deutschprachigen Inteligenz-Punkrock. Ausserdem war et unerträglich heiss inner Bude. Nach einer ziemlich langen Umbaupause betraten dann die geheimnisvollen Kanadier die Bühne, nach einem Fanfaren-Intro legte man los. Ich war doch sehr gespannt auf das Verhalten dieser p.c.-Fanatiker, während der letzten Tour anno 1996 sollen sie sich ja schon über das blosse Stagediven aufgeregt haben - es geht ihnen halt NUR um die Message. Naja, am heutigen Abend waren sie dann ein wenig lockerer, zwischen den Songs gab es zwar immer wieder politische Ansagen, die sich dann glücklicherweise aber nicht zu sehr in die Länge zogen. Die Kids sind natürlich ohne Ende geflippt, massig Arme nach oben und Gegröhle sprechen allerdings nicht unbedingt für dasVerständnis der ach so wichtigen Message. Für mich sind die drei Nordamerikaner musikalisch sowieso keine grosse Nummer, das letzte Album ist richtig gut, doch davor klang man leider viel zu oft nach einer 0815-NOFX-Kopie. Insgesamt war die Show auf jeden Fall okay, dafür haben u.a. auch die Hits der Fat Wreck-Sampler gesorgt. Nur sollte man nicht vergessen, dass der besondere Reiz an PROPAGANDHI viel eher durch das ultra-politische Rahmenprogramm sowie die extreme Seltenheit des Live-Spielens entstanden ist als durch musikalische Innovation. Nichts für ungut. (nico)