Oi! The Weekend
15.02.03, Düsseldorf - Consum
Ein wenig angetrunken machte man sich um 3 Uhr Nachmittags auf dem Weg zum Konsum in DDorf, der an diesem Abend Kontertbesucher und Bands beherbergen sollte. Kaum Am Konsum angekommen wusste man plötzlich was 700 Leute auf einem Konzert wie diesem bedeutete: Zum einen ein Bild für die Götter …zum andern ewiges anstehen am Einlass. Um die Definition von "Ewig" ein wenig zu verdeutlichen sei erwähnt, dass der Auftritt von Volxsturm komplett (Anstoß an diesem Tag war um 17:00 Uhr)und von der (in meinen Ohren furchtbaren)HC-Band Loved and Hated (in der laut Info auch Leute von Iron Cross und Agnostic Front mitspielen), bis auf die letzten zwei Lieder, ebenfalls komplett verpasst wurde. Danach dann schon The Crack, die für mich die Band des Abends waren. Eine Hymne nach der anderen wurde dem Publikum hier um die Ohren gehauen, dass es eine reine Freude war. Dazu noch ein über alle 4 Backen grinsender Darry Smith an der Gitarre, der es sich zum Ende auch nicht nehmen ließ "seine" alten Cock Sparrer Hits zum Besten zu geben. Was es für einen Menschen mit noch einem Funken Antand im Leib bedeutet, wenn aus 700 Kehlen "Take èm all" erklingt brauche ich an dieser Stelle ja wohl nicht unbedingt noch erklären, oder?! Zwischendurch gab es auch wieder was zu lachen, als ich einen "Guten Bekannten" mal wieder dabei beobachtete, wie er in lächerlicher "Arm-und-Zeigefinger-Oben"-Pose versuchte Lieder mitzumurmeln, die er mal wieder nicht kannte…hach, es ist einafch schön, Menschen dabei zu beobachten, die versuchen die Worte von Bandmitgliedern auf der Bühne von den Lippen abzulesen und dabei gleichzeitig (simultan) versuchen, mit zuckenden mundwinkeln, Lieder die sie gar nicht kennen, mitzusingen..ach **** ich freu' mich schon darauf Dich das nächste mal wieder in Aktion zu erleben.. aber auf der anderen Seite kann keiner soviel Bier trinken und so laut "Oi!" schreien wie DU.. Ich und der Rest dieser sonst so armen Szene sind froh, dass es dich gibt, auch wenn wir Dich bis vor einem Jahr noch auf keinem Konzert gesehen haben..aber egal, denn wer so schön im Halbsuff ständig irgendwelche Leute umarmen will muss entweder der Meister im uniten/oder einfach nur leicht homoerotisch angehaucht sein..Danke dass es Dich gibt!! pröll,pröll…Danach dann 4 Promille, die heute Abend (wie Broilers den Abend davor) den Status als Lokalmatadoren auf Ihrer Seite hatten. Die Jungs und das Mädel wurden von der anwesenden Masse mal wieder gefeiert, während mir einige Personen beibrachten wie man bis "3" zählt (..) und man draußen das ein oder andere Bier leerte. Troopers spielten übrigens auch noch und konnten den Mob auch weitestgehend mitziehen. Dann Evil Conduct. Was jetzt kam war die absolute Party!! Zu gepflegtem Skinhead Rock'n'Roll ließen Skins und Punks vor der Bühne gemeinsam die Stiefel fliegen, teilten fleißig aus, halfen einander wieder auf -und fingen wieder von vorne an- Klasse!! Die Holländer hatten derweil ihren Spaß auf der Bühne und der Mob rastete mit jeder Nummer mehr aus. Danach erklommen Springtoifel die Bühne um den Headliner an diesem Abend zu stellen. Und was soll ich da jetzt sagen: Die Mainzeldroogs spielten an diesem Abend den Besten Auftritt den ich seit Ewigkeiten von ihnen gesehen hatte! -Ein langes (aber gut aufgebautes) Set ohne Ausfälle mit Spass, Bierdosentwist und Veitstanz pur, wurde hier zum Besten gegeben. Gespielt hat man am Ende glaube ich fast 2 Stunden (jedenfalls hat man sich gekonnt durch alle Alben gerockt) und der Höhepunkt des Sets war für mich (mal wieder) "Let it Go", bei dem ich bei der letzten Strophe zu der Erkenntnis kam, dass ich verdammt lange nicht mehr beim Fussball gewesen bin... Dann war der offizielle Teil der Veranstaltung zu Ende und die angereiste Festgemeinschaft brach den Aufbruch in die jeweilige Heimat an. Am Ende konnte gab es auch an diesem Abend nichts zu bemängeln, außer vielleicht, dass man sich für einen solchen Event demnächst eventuell eine andere Location suchen sollte. Denn wäre an diesem Abend irgendetwas passiert (wir klopfen dreimal auf Holz) hätte man sich zu 100%iger Sicherheit an den beiden engen Ausgängen des Konzertraumes totgetrampelt…Aber wie sagte schon mein Vater: " 10% Schwund is`immer dabei".. in diesem Sinne: Hut ab vor Nico und seiner Crew, der Security (die ihren Namen wirklich verdient hatte!!) und den Bands die an diesem WE fast ausnahmslos zauberten!! Warum eigentlich nicht immer so? Einzig und allein das Fehlen von Loikaemie schmerzte an diesem Abend- aber so ist das nun mal wenn eine Band nicht "nur" von Working Class singt und ein Bandmitglied Samstags zur Arbeit muss... (markus / bezirk 7 fanzine)
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