The Offspring & Afi
25.01.01, Offenbach - Stadthalle

Ok, ich könnte mich jetzt über die Preise bei dem Konzert auslassen, angefangen von den Eintrittskarten bis hin zu den Shirt- und Hoodiepreisen. Ich könnte sagen, dass das nicht mehr viel mit Punk zu tun hat. Ich könnte auch von den Sicherheitsmassnahmen im Backstagebereich und den Sonderwünschen des Tourmanagers erzählen. Aber wäre das was neues, oder würde es Sinn machen ? Ich glaube nicht. THE OFFSPRING sind nun mal eine Band, die kommerziell nicht gerade erfolglos ist, und das bringt nun mal einiges mit sich. Das ganze ist mehr ein perfekter Rock Zirkus, aber das bestreitet auch niemand. Bevor ich zum eigentlichen Konzert gehe, möchte ich nur noch sagen, lieber den ganzen Rockstatus bei dieser Band als bei der BLOODHOUND GANG oder RAGE AGAINST THE MACHINE (wer auf den letzten Touren dieser Bands war, weiss was ich meine)...
Den Anfang um 20 Uhr machte ein lokaler Indie-Rock Act, bei dem ich zugeben muss, dass mir der Name entfallen ist. War auch nicht was grossartiges. Die Jungs spielten so an die 20 Minuten.
Dann war die Reihe an AFI aus Berkeley,Kalifornien. Die fingen mit ihrem Intro aus Orffs "Carmina Burana" an, um danach sofort gelanden loszulegen. In Anbertacht des Headliners wählte man die langsameren und eingängigeren Nummern. Wer diese Band schon einmal gesehen hat, weiss, dass sie auf der Bühne Energie pur sind, und ausserdem fabelhafte Musiker. Ich hab mich wirklich gefreut AFI wieder mal live zu sehen. Aber leider teilten diese Meinung nicht so viele. Im Klartext : der durchschnittlich 14jährige OFFSPRING-Fan, der die Band sein "Pretty Fly"-Zeiten kennt, oder seit er gesehen hat, dass der coole REDMAN bei einem Song dabei ist, konnte nicht viel mit AFI anfangen. Und leider gab es viele von diesen Trend-Idioten, die unaufhörlich nach OFFSPRING riefen und der Band sonst noch was an den Kopf warfen. Unnötig zu erwähnen, dass diese Spacken schon bei der Ansage eines PUFF DADDY-Konzerts feuchte Träume kriegen. AFI nahmen es jedenfalls mit der bestmöglichen Gelassenheit und beteuerten unermüdlich, dass sie nicht THE OFFSPRING sind. Als Abschluss spielte man dann den Song, den OFFSPRING gecovert haben, aber das hat auch kaum jemand verstanden. Leider also ein guter Auftritt, der von Idioten zerstört wurde.
Nun gut, kommen wir zum Headliner. Wie gesagt, THE OFFSPRING selbst sehen sich als Rock, und es ist ihnen egal was die Leute sagen, die ein Problem damit haben. So wurden die darauf folgenden 75 Minuten eine perfekte Rockshow. Cooles Rock-Bühnenbild und Posiger Einzug inklusive. Aber danach schafften die Jungs aus Kalifornien doch zu zeigen, dass es wert ist sich dieses Rocktheater anzutun. Die Band gehört ja zu jenen, bei denen alles mit der Tagesform steigt oder fällt. Und an diesem Tag war einer der wirklich Guten. Denn an der qualitativen Leistung der Band gab es nichts auszusetzen. Das Set umfasste eine gute Mischung ihrer Alben ab "Smash". Als Zugabe gab es dann auch "Pay The Man" von "Americana" in sechminütiger Fassung. Dexter Holland hatte bei den ersten zwei Songs noch etwas stimmliche Probleme (die Nacht zuvor feierte man zu heftig im Kölner Hotel), aber nach ein paar Minuten legte sich das.
Sorgen machte mir da die Lichtshow, denn zum einen hatte ich keine Sonnenbrille dabei und fürchtete um mein Augenlicht, und zum anderen müssen alle Ampeln in Offenbach bei der Strommenge für die Showbeleuchtung ausgefallen sein. Wie gesagt, musikalisch war das ein sehr gutes Konzert. Was das Stargehabe angeht kann man geteilter Meinung sein, aber lässt man das beiseite bleiben wirklich gute Songs übrig. Mal sehen wie sich das ganze in Zukunft entwickelt. Vielleicht wieder zum positiven.......(zolly)