The Offspring & Afi
24.01.01, Köln - Palladium
THE OFFSPRING trällerten in Köln mal wieder ihr
Ständchen - und alle warense da. Der Papa mit Tochter/Sohn, der
Motorradclubvorsitzende aus Porz, der Zuhälter von umme Ecke und am meisten,
die lieben Jungs von neben an, wie wir. Und weil Offspring not just boys fun
sind, gab es auch eine schöne Frauenquote.
Den Anfang machten um 20.00 Uhr LIFE AFTER WEEKEND aus irgendwo in Deutschland.
Zwei Worte genügen: Wattn Quatsch.
Nur fünfzehn Minuten später die Nitro-Band AFI, die aber mal locker zeigte,
wofür so eine große Bühne da ist. Aktivstes Stageacting nennt man das. Die
schnellen Punkrocksongs gingen wirklich gut ab. Das Publikum leidete aber am
sogenannten Hosen-Syndrom. Das tritt dann ein, wenn man zu sehr auf den
Headliner fixiert ist. Man könnte auch von Intoleranz sprechen. Dennoch, alle
Daumen nach oben.
Dann ging es aber noch lange nicht los. Eine ganze Dreiviertelstunde haben sich
die betagten Herren um Dexter Holland Zeit gelassen, bevor sie endlich vor knapp
4000 Leuten an den Start gingen. "Bad Habit", "All I want"
und "Pretty Fly" machten den Anfang. Dann plätscherte das alles mehr
oder weniger so vor sich hin. Eine halbe Stunde ohne Ansagen. Sicher, das sind
alles keine Entertainer, aber so lieblos den Stiefel runterspielen muss ja auch
nicht sein. Und den Bassisten könnte mal jemand aufwecken. Alle Hits wurden
durchgenudelt und mit "Self Esteem" bereits nach 60 Minuten der
Hauptteil beendet. Als Zugabe noch "Pay the Man", "Come out and
play" und die neue Single "I want you Bad". Damit das jetzt aber
nicht falsch verstanden wird. Ich mag OFFSPRING wirklich sehr, zumindest die
Platten. 1996 und 1997 habe ich sie gesehen und immer das gleiche Problem
gemeint erkannt zu haben. Der Großteil der Songs ist echt geil, aber live können
sie kaum Atmosphäre erzeugen. (markus m.)