Millencolin & Donots & Anti-Flag
09.05.02, Köln - Palladium
ANTI-FLAG in Deutschland. Sehr coole Sache, da mußte
ich auf jeden Fall hin, auch wenn die Anti-Amerikaner nur Vorprogramm für
Rock-Circus MILLENCOLIN und DONOTS waren. Das eigentlich fürs E-Werk geplante
Konzert war schon im Vorfeld ausverkauft und kurzerhand ins Palladium verlegt
worden, aber auch hier war ausverkauft angesagt. Ich ahnte schlimmes. Meine Befürchtungen
bewarheiteten sich dann auch direkt bei der Parkplatzsuche. Vorm Palladium stand
auch schon eine anständige Schlange von Skater- und Rucksackkids. Zum Glück
gings durch den Presseeingang um einiges schneller und wir waren ruck zuck in
der Halle. Punkt 8 Uhr machten dan ANTI-FLAG den Anfang. Die Halle war jetzt
schon viel zu voll und diese ganze Drängelei ging mir tierisch auf den Sack.
Mit schlechtem Sound aber anständig Power gings dann los. Ich hatte mich
tierisch auf die Jungs gerfreut, aber die Rahmenbedingungen waren einfach nur
zum kotzen. Vor „Die for the Government“ kam dann auch noch eine Anspielung
auf die rechte Gesinnung von Goerge W. Bush, die von allen bejubelt wurde, aber
ich frage mich: Sind wir hier in den USA? Außerdem durften ca. 50% des
Publikums noch gar nicht wählen geschweige denn, das sie irgendwas für Politik
übrig haben. Na ja, was soll’s? Mit dem Titeltrack von „Underground Network“
und mit „This machine kills Fascists“ wurden geile Songs abgeliefert, aber
die knappe halbe Stunde Spielzeit war definitiv zu wenig und die Halle war
definitiv zu groß. Im Gesamten nicht befriedigend. Nach dem Gig wusste ich gar
nicht wohin, da überall Menschen waren, es tierisch heiß war und ich am
liebsten wieder gefahren wäre, was ein paar meiner Kollegen dann sogar gemacht
haben. DONOTS hab ich nur Streckenweise gesehen, aber die sympathischen
Deutschen waren, auch wenn der Drummer von THUMB die Stöcke übernehmen musste,
souverän wie immer. Die letzten 2 Alben von MILLENCOLIN trafen nicht ganz
meinen Geschack wobei auf „Pennybridge Pioneers“ doch einige coole
Singalongs zu finden sind. Da ich die Jungs auch noch nie live gesehen habe, war
ich dann auf jeden Fall gespannt. Die vier Schweden kommen locker rüber und
spielten sich, auch mit einem Leihdrummer durch alle Alben. Sehr gut kamen Songs
wie „Bullion“, „Mr. Clean“ und „Loozin’ Must“, auch wenn mir alles
etwas langsam vor kam. Zum Ende hin gabs noch ein OPERATION IVY Cover, was mich
sehr erfreuen konnte. Die Jungs hätten mit Originaldrummer garantiert noch 20
min. länger gespielt. Schade eigentlich. Fazit: Ausverkauftes Palladium saugt!
Die könnten die Leute wenigstens mal raus lassen und nicht nur einen „Gefängnishof“
am Hintereingang einrichten. So
far...so what!?