Zen Guerrilla
23.11.01, Köln - Underground

Stoner-Rock ist nicht mein Ding. Klar, manche Sachen klingen wirklich ziemlich wälzend und brachial, was die deutsche Band „Hoek“ hier aber im Vorprogramm ablieferte, wirkte eher lasch und uninspiriert. Danach ließen sich „Zen Guerrilla“ Zeit, viel Zeit. Nachdem man sich noch das ein oder andere Bierchen genehmigt hatte, schlenderten die Herrschaften dann so gegen zwanzig vor zehn gemächlich auf die Bühne. Doch dann donnerten „Zen Guerrilla“ wie eine entfesselte Urkraft aus 70s-Rock, Blues, Soul und Punk mit einem kurzen, instrumentalen Intro los. Ständig an der Schwelle von Genie und Wahnsinn malträtierte Sänger Marcus Durant seine Stimmbänder, wobei die gewohnt hervorragende Live-Präsenz hier noch mal überboten wurde. Vielleicht lag’s daran, dass endlich mal mehr als 50 Leute ihren Arsch hochgekriegt haben. Jedenfalls gab’s hier 80 Minuten geballte Energie einer Band, die ständig wie eine vor dem absoluten Kollaps stehende Rock-Maschinerie wirkte. Fantastisch. (meik)