Therapy?
16.02.2000, Karlsruhe - Substage

Zu Beginn lässt sich sagen, dass Therapy? im Gegensatz zur Herbsttour etwas näher richtung Boden gekommen sind was Preise betrifft. Zwar kosten die netten Shirts immer noch 35 Mark, aber bei den Eintritts- preisen hat man sich von den einst 40 auf knapp unter 30 DM besonnen. Somewhere between reality and rock star heaven....
Aber ich will mich damit nicht länger aufhalten. Das Substage war mit 500-600 Leuten fast ausverkauft . Es war interessant, ein so gemischtes Publikum vorzufinden, was sich nicht nurauf das Alter ( irgendwo zwischen 16 und 46 ), sondern auf das gesamte Erscheinungsbild bezieht. Die Vorband CLUTCH schaffte es in kurzer Zeit das Publikum richtig in Fahrt zu bringen mit ihrer Musik, die irgendwo zwischen Blues und Hardcore zu finden ist. Zudem musste ich mich fragen, ob ich der einzige in den ersten fünf Reihen war, der die Band nicht kannte, denn um mich herum sangen die Leute so ziemlich jede Textzeile und fingen irgendwann sogar an, Lieder zu verlangen...Auf jeden Fall ein guter Einstieg in den Abend, der viel zu werden versprach.
Und das wurde er auch, denn man merkte den Jungs von THERAPY? von Beginn an, dass es für sie mehr Spass als Arbeit war auf der Bühne zu stehen. Es war interessant, dass man mit der Instrumental-Nummer BIG CAVE-IN vom neuen Album anfing, wobei einige, die das Album nicht kannten, jede Sekunde den Anfang der Vocals erwarteten. Allgemein lässt sich zu den neuen Stücken sagen, dass auch wenn sie auf Platte nicht besonders klingen mögen, sie live abgehen und jeden im Publikum mitgerissen haben. Die Mischung aus alt und neu schaffte es wirklich zu überzeugen. Nur diejenigen, die irgendwelche Schnulzen-Lieder von der INFERNAL LOVE erwarteten, wurden enttäuscht, denn man gab nur einen langsameren Song von der neuen Scheibe zum besten, ansonsten wurde abgerockt. DIANE wurde zwar gespielt, aber in der schnelleren, lauteren (Original-)Version.
Die Menge hatte ihren Spass, vor allem die ersten Reihen gingen tierisch ab. Die Band zeigte keine Kontaktscheue, und Sänger Andy Cairns gab sein Mikro bei DIE LAUGHING teilweise und bei SCREAMAGER ganz an zwei Typen neben mir ab, und hielt sogar die Security davon ab, das Mikro zurückzuholen. Und bei Songs wie KNIVES oder NOWHERE schien die Menge eh lauter zu schreien als der Sänger, und THERAPY? zählen nicht zu den leiseren Bands ( wie auch ein schönes Schild am Eingang warnte).
Schliesslich lässt sich sagen, dass THERAPY? 80 Minuten lang Haus gerockt und Arsch getreten haben. Da kann man nur hoffen, dass die Band auch in Zukunft so weiter macht.
Und vielleicht klappt's da ja auch mit den Shirt-Preisen. (Zolly)