SATANIC SURFERS
29.09.00, Krefeld - Kulturfabrik

"Für Melody-Punk interessiert sich doch keine Sau mehr", (Propagandhi-Slogan) entnehme ich der B.A. - Records Homepage. Und genau deshalb spielen Protagonisten wie No Fun at All oder Millencolin nunmehr so was wie Rockmusik. Die SATANIC SURFERS hingegen bleiben sich selbst treu. Auch wenn beim neuen Album ein Gang zurückgeschaltet wurde. Die Platte ist dieser Tage bei "Bad Taste" erschienen und die Tour um den Release-Termin herum gebucht worden. Ob das glücklich gewählt ist, kann ich nicht beurteilen, viele kannten das neue Material jedenfalls nicht.
Vielleicht 200 BesucherInnen waren Zeuge eines Konzerts, bei dem man, wenn man nicht da gewesen wäre, auch nix verpasst hätte. Bis auf eine kleine Ausnahme. Aber dazu später. Es geht spannend weiter...
Vorgruppe waren die PipiPopPunker ALL SYSTEMS GO, die mit ein paar netten Melodien aufwarten konnten, mich aber nicht vom Hocker rissen. Sie konnten ein paar Bewegungen ins Publikum bringen, mehr nicht.
Dann kam für knapp 60 Minuten der Headliner. Sänger Rodrigo machte es sich hinterm Schlagzeug bequem und liess seine drei Gitarristen eine ordentliche Bühnenshow machen. Das alles ist gewohnt. So weit so gut. Buh, jetzt mache ich aber spannend.
Achtung, hinsetzen:
Nach ein paar Songs stand plötzlich so ein etwa 50 Jähriger (der hat nachweislich den Eintritt gezahlt) auf der Bühne. Das ist natürlich auf einem Melodicore-Konzert verwunderlich, aufregend noch nicht. Ja. Also, dieser 50 Jährige stand da zwischen Schlagzeug und Gitarristen, fing nun an, dort Spirenskes zu machen, zu lachen und zu klatschen (mehr oder weniger im Rhythmus). Nicht nur dass er 50 ist, den Hampelmann auffer Bühne macht, nein er hatte auch einen Vollbart und sah arabisch aus. Anschließend hat er sich das Mikro vom Frontmann geschnappt, quasi besetzt und ständig nicht widerzugebende Laute von sich gelassen, wie "ababababababananananabababababaddadadadadada". Und das während die Band gespielt hat! Also in den Songs! Wahnsinn! Wir haben uns gekrümmt vor lachen. Das ging tatsächlich mehrere Songs so. Da hat sich keiner rangetraut. Irgendwann hat dann einer was gesagt und er ist dann ohne Kommentar gegangen. Ich weiss nicht, was ihn dazu getrieben hat, bei einem Konzert der SATANIC SURFERS so ein Scheiss zu machen, aber war mal was anderes. Sehr witzig.
Die Band selbst hat einen Song von "Skate to Hell" gespielt, keinen von "Keep Out" so sechs, sieben neue und den Rest von ihren Lps. Nur für die Statistik. (markus m.)