SUCH A SURGE & DOVER
06.10.00, Krefeld - Kulturfabrik

Zu Besuch bei der VI. Popmeisterschaft 2000 in der Kulturfabrik Krefeld am 06.
Oktober 2000. Während DIE HAPPY auf der Bühne trällerten, kam uns die Idee,
etwas neues auszuprobieren.
Ein Email-Interview zwischen beiden anwesenden "Redakteuren"... Mal sehen.
Alles spontan jetzt:

Angekommen in der KuFa sprach uns das Schild "Geladene Gäste, Eingang
Wintergarten" an. Wir haben das natürlich wörtlich genommen und sind dort
hin. Was mussten wir dann feststellen und wie war Dir zumute?

Das freundliche Mädel am Eingang fragte uns, ob wir bei einem Gewinnspiel    
teilgenommen hätten. Als wir dann erwähnten, das wir vom 4p-Fanzine sind,    
faselte die irgendetwas von fancy, bis sich dann nach einigem hin und her    
herausstellte, das es zwei Gästelisten gab und die andere, auf der wir       
standen, beim richtigen Eingang deponiert war. Was ich mich aber im nachhinein
frage ist, was man da gewinnen konnte. Einen Abend mit DIE HAPPY? Das haben  
die Guano Apes zu beginn ihrer Karriere ja auch mal veranstaltet.
 
Im Vorraum fiel sofort auf, dass DIE HAPPY einen eigenen
"Präsentationsstand" aus Fell hatten, während die anderen Bands ihre
Klamotten an der Wand befestigten. Dein Kommentar.
Besonders gut gefielen mir die in gelben Samt gebetteten T-Shirts und die
eigens für die T-Shirts aufgestellten Scheinwerfer. Natürlich sind 40 DM als
Preis für ein T-Shirt noch viel zu wenig, bei so einer Qualitätsband. (Der
Preis bei den anderen T-Shirts lag zwischen 20 und 30 DM, die hatten aber
auch keinen Samt, um die T-Shirts darauf zu präsentieren.)

Irgendwann abends, als wir schon gut einen gebechert hatten, machten DIE
HAPPY den Opener. Grosse Brüste und nix dahinter?

Du sagst es, den Songs fehlte irgendwie die nötige Energie um live wirklich
Stimmung zu erzeugen. Sängerin Marta bemühte sich bei jedem Song mindestens
zweimal in die, von VIVA2 aufgestellten, Kameras zu lächeln und gab zwischen
den Songs ein paar Schwänke aus ihrem Leben zum besten, aber das ihr Bruder
sie immer gehänselt hat, ist für mich noch kein Grund mir diese Konzert
nochmal anzutun. Die Songs sind gut Radiotauglich und ich werde mich auch
nicht ärgern, wenn ich sie dort hören werde, aber live bleibt die Band doch eher matt. 

Please play this Song on the radio.......

DIE HAPPY werden oft als Rock-Newcomer gefeiert und als neue GUANO APES.
Meinst Du, dahinter steckt Methode? (oh wie naiv von mir.) Natürlich nicht, das ist eine Erfindung der Presse. Gegen Ende des Auftritts haben wir uns in die hauseigene Kneipe
zurückgezogen und uns an dem ein oder anderen Bier festgehalten. Schließlich
sollten noch UNCLE HO überstanden werden. Somit haben wir den Beginn von
DOVER verpasst. Wie fandest Du das, was wir sahen?

Den Auftritt von Dover würde ich als OK bis gut bezeichnen. Guter Sound,
irgendwo zwischen Punk und Alternative, die Stimme der Sängerin war
vielleicht, gerade für Liveauftritte ein wenig kraftlos. Ansonsten ganz gut, 
die würde ich mir auf jeden Fall nochmal angucken.

Dann der Salzhöhepunkt? Oder doch: Eine gute Band? UNCLE HO:
  
UNCLE HO waren nicht so ganz mein Geschmack, positiv ist mir aufgefallen, das
die Band auf jeden Fall nicht so durchgeplant rüberkommt wie z. B. DIE HAPPY,
bei denen man eher den Eindruck hatte, die wollen im Fernsehn gut aussehen,  
als das sie hier ein gutes Konzert abliefern wollten. was soll ich ansonsten 
zu UNCLE HO sagen? Mit der Musik kann ich halt nicht soviel anfangen. Wenn   
jemand auf eine Mischung aus seichtem Crossover und Indie Pop steht, mag er  
die vielleicht.
 
Können wir es befürworten, dass es ihnen egal ist, ob wir sie mögen?
(nananananana) Oder: Ist es uns egal, ob die überhaupt jemand mag?
Ich denke, eine Kombination aus beidem wird wohl den Kern der Sache treffen.

Dann SUCH A SURGE, wegen denen wir eigentlich da waren. Und das um
Mitternacht! Rapper Olli hat schwarze Ränder unter den Augen und sie wirkten
nicht so fit. Haben aber trotzdem ihre bekannte Livequalität erneut bewiesen, oder?
Natürlich, von "Under Pressure" bis "Mein Weg" wurden wieder alle Kracher der
der letzten 8 Jahre SUCH A SURGE zum besten gegeben und Dank der relativ
langen Spielzeit wurde auch noch der ein oder andere PAIN IN THE ASS Song
dargeboten, was mir besonders gut gefiel. Trotz des wohl nicht ausverkauften
Hauses ging das Publikum, wie immer sehr gut mit. Immer wieder aufs neue
aufgestachelt durch die beiden Frontleute Olli und Michel. Zum guten Ende
hin, durfte das Publikum auch noch "Happy Birthday" für zwei Freunde der Band
singen. Super Auftritt. Für mich auf jeden Fall eine der besten Livebands,   
die es gibt.
  
PAIN IN THE ASS sind eine verdammt coole HC-Band, die ordentlich brettert.
Was meinst Du?
  
Was soll ich jetzt dazu noch sagen? Ja. Ich frage mich allerdings immer noch,
warum man die Songs nicht einfach unter dem Namen SUCH A SURGE rausbringt.
Zwei Stunden lang verwöhnten uns SAS. Um zwei Uhr war alles vorbei. Und das
für eine Popmeisterschaft. Dein abschließendes Fazit zu diesem heutigen
Abend!

Na ja, wenn man nach dem Pop-Faktor geht, haben DIE HAPPY eindeutich den     
Titel geholt, haben sich aber bei den Anhängern von Bands wie SUCH A SURGE   
und DOVER ungefähr so beliebt gemacht, wie Uli Hoeneß bei Bayer Leverkusen.
Ansonsten war, wie gesagt der SUCH A SURGE Auftritt Spitze. Dover waren auch 
gut und der Rest war nichts für mich, da bin ich doch dankbar, das es in der 
KUFA eine schmucke Bar gibt und die Getränkepreise nicht zu hoch sind.

Fragend der Markus, Antwortend der Jan.

(markus M.)