|
ROCK AM RING Wie seit geraumer Zeit üblich, findet jedes Jahr zu Pfingsten das Rock am Ring Festival am Nürburgring in der Eifel statt. Grund
genug, auch dieses Jahr mal wieder vorbeizuschauen. Letztes Jahr war das ganze
etwas mehr Metal-lastig, aber diesmal konnte mit der Deconstruction-Tour, die
auch hier gehalten hat, nichts mehr schief gehen. Mittwoch noch schnell bei IKEA
den sitzbaren Untersatz „TED“ für satte 9DM gekauft und dann am
Donnerstag-Mittag losgefahren. Schon nach fünf Stunden hat der erste TED das
zeitige gesegnet. Bis Sonntag hatten sich dann fünf der neun Stühle von
alleine erledigt. Am IKEA-Klischee scheint etwas dran zu sein. Punkrock - like
haben wir erst mal unser Areal mit Trassierband abgesperrt. Zwei offizielle und
besonders wichtige Sicherungskräfte entfernten diesen Bau jedoch mutwillig mit
den Worten „sso keht tes apa nüscht.“ Da muss man sich quasi fügen.
Freitag ging es dann endlich mit Musik los. Um 17.00Uhr standen die Emo -
Aufsteiger „THE GET UP KIDS“ auf dem Programm. Doch schon am Einlass wurden
die ersten Hosen-Lieder gesungen und die ersten Schnauzbärte entdeckt. Einer
davon hat sich darüber pikiert, daß „hier nur linke Zecken sind...“ Das
Talent-Forum, mit einer knapp 1500er Kapazität, war um kurz vor fünf schon gut
mit korrekten Leuten gefüllt. Laut Veranstalter kann man ja hier talentierte
Bands ohne kommerziellen Druck spielen lassen. Na ja. GET UP KIDS enterten die Bühne,
waren gut gelaunt und zeigten, was so alles in ihnen steckt. Es wurden nur die
schnellen Songs wie „Holiday“ gespielt und die Leute gingen sehr gut drauf
ab. Bei „Action&Action“ machte sich zum ersten Mal der
„VIVA/VIVA2-Effekt bemerkbar. Definitiv einer der besten Auftritte, die ich
bis jetzt gesehen habe. Halbe Stunde später kamen dann „GOOD RIDDANCE“ an
den Start und rockten wie schon in Tilburg/Nl das Haus. Auch hier ging wieder
alles. „Pogo, Circle Pit“ und so weiter. Auch wieder ein sehr cooler
Auftritt. Was
danach kam, war erst mal nicht so wichtig. Als Kompromiss chillten wir vor der
vom AlternaTENT zur AlternaSTAGE gewachsenen Bühne und schauten FERTICH MC und
DJ STYLEWARZ beim Style-kicken zu. Yoyo.
Hauptsache, der
Rhyme is fett. Die HipHopper hatten es aber sehr schwer. Nur etwa 1000 Leute
gingen ab. CURSE meinte, „lasst mich nicht so hängen...“ Bei DEICHKIND (für
DYNAMITE DELUXE), FÜNF STERNE DELUXE und SÖHNE MANNHEIMS ging es aber mehr. MC
Rene mussten wir uns nicht mehr antun und so schlenderten wir zur Hauptbühne,
wo um 20.15Uhr „OASIS“ spielten. Schon beim Opener „Go let it out“ hatte
ich ob der lahmen Musik und Bühnenpräsenz kein Bock mehr. Drei Songs später
befanden wir uns auch folgerichtig wieder im Talent-Forum ein, wo grad die
ALTERNATIVE ALLSTARS spielten. Auch
hier gingen die Leute gut ab und die beiden Singles wurden aufgrund des o.g.
Effektes regelrecht abgefeiert. Als
nächstes Stand die TERRORGRUPPE auf dem Programm, die ich mir zum dritten Mal
in nur dreizehn Tagen angetan habe. Kann es was schöneres geben?! Die
Strip-Aktion von Sänger ARCHI kam schon nach dem dritten Song und diesmal mit
der Begründung, das Prominente den Fehler haben, dass sie prominent sind und
weil er ja nicht prominent ist und es auch gar nicht sein will...Hat wieder Spaß
gemacht. Als
Co-Headliner wurden „GOLDFINGER“ gebucht. Es war einen richtige Wahl, denn
das Publikum rastete schon bei Beginn des Konzertes aus. Auch hier machte sich
wieder der VIVA-Effekt bemerkbar. Aber gut. Die vierzig Minuten wurden natürlich
mit „99 Red Ballons“ beendet. Headliner
waren um 00.15Uhr die „MIGHTY MIGHTY BOSSTONES“, eine junge Band aus den
USA, die auch ich für sehr talentiert halte. Das
Set führte uns durch alle Phasen der Band und das Publikum kannte wirklich
jeden einzelnen Song. Die BOSSTONES waren in hervorragender Verfassung und
zeigten wieder einmal, wer im SkaCore die Nummer Eins ist. Nach
fünfzig Minuten war das Programm zu Ende und es folgten noch drei Zugaben. Als
anschließend zu deren eigener Überraschung, immer noch keiner ging, gaben sie
noch „Rascal King“ als letzte Song. Großartiger Auftritt einer großartigen
Band. Feierabend
für heute. Der
Samstag konnte nur schlechter werden. Aber das war vorher klar. Auf
der Mainstage waren die FK-ALLSTARS, EURYTHMICS, SANTANA und STING am Werk, während
die Alternastage von New-Metal-Zeugs belagert wurde und im Talent-Forum
talentierte Popbands an den Start gingen. Trotzdem
mal schauen: STATIC-X
waren die ersten für uns. Der Sänger sieht aus wie Lämmermann und die Musik
ist schlecht, weil ich Metal nicht mag. So viel Feedback haben die aber auch
nicht bekommen. Nach
diesem Schlag brauchte ich eine poppige Abwechselung und ging nebenan ins
Talent-Forum, um den SPORTFREUNDEN STILLER bei ihren Fussball-Liedern zuzuhören.
Hat mir ganz gut gefallen. Wieder
raus zu ONE MINUTE SILENCE. Wieder New-Metal. Wieder böse Buben. Wieder ging
wenig. Die waren aber, glaub ich, etwas melodischer wie STATIC-X. Glaub ich. Um
19.30Uhr waren die gepushten KITTIE am Start. Muss man sich mal angeschaut
haben. Ich fands wieder langweilig. Sie kamen aber besser an. Als Special zum
Schluss sprang die Bassistin in die Meute. Anschließend schlenderten wir wieder
übers Gelände, aßen was indianisches und
betrachteten SANTANA aus der Ferne. Da kam voll das Karnevals-Feeling auf. Die
Leute hatten jedenfalls Spaß. Um
21.30Uhr standen die Rocker von DEFTONES auf der Alternatstage und konnten auf
bestimmt 20000! Fans zählen. Auch noch 50 Meter vor der Bühne ging einiges. Es
war ein großer Auftritt der Band, die wir anschließend nur noch die Mighty
Mighty Deftones nannten. Gefiel. SLIPKNOT
waren die Headliner, aber schon nach dem ersten Song bin ich gegangen. Das war
definitiv genug Metal für heute. Der
Sonntag stand bei mir ganz im Zeichen von NoFX. Für die meisten anderen
Festivalbesucher im selbigen der TOTEN HOSEN. So
machten wir uns einen Spaß daraus, zu jedem Zweiten „Schnauzbart“ zu sagen,
weil deren Frequentierung eben diese Größe erreichen konnte. Weichei - Wort
des Tages war folgerichtig „auf Hosen Warter“. haha. Gleich
die erste Änderung begann am Einlass. Der Security Service in blauen
Polo-Hemden wurde durch dem Special Security Service Germany in gelben
Regenjacken ergänzt. Gegen
15.00Uhr wanderten wir vor die Mainstage und konnten noch ein paar Songs von
P.O.D. betrachten. Um 15.35Uhr sollten dann SUCH A SURGE die Bühne betreten.
Aber: Ein Blick auf die Anzeigentafel präsentierte WEISSGLUT!!! um diese Zeit,
während SUCH A SURGE auf 17.30Uhr verlegt wurden, wo eigentlich NoFX spielen
sollten. Von NoFX war plötzlich keine Rede mehr. Ein
kurzer Zwischenspurt zum Infostand, um neueste Informationen zu erlangen, folgte
prompt. Sämtliche
Fragen meinerseits wurden mit „weiß nicht“ und „hää?!“ beantwortet.
In dem von SUCH A SURGE belagerten VISIONS-ZELT konnte mir auch niemand
weiterhelfen. Jedenfalls
hab ich mir WEISSGLUT nicht angeschaut. Um
17.30Uhr gingen dann wirklich SUCH A SURGE an den Start und machten wie immer
Laune. Für mich war das auch nichts neues, hat aber wieder gefallen. Die Herren
in blau wurden mehrmals aufgefordert, Wasser für die Fans zu besorgen. Anschließend
standen KORN auf dem Programm, die ich persönlich nicht gut finde und mir somit
auch keinen Spaß bereiten konnten. Die Gros des Publikums ging aber gut drauf
ab. RAGE
AGAINST THE MACHINE waren Co-Headliner und erklärten das Festival zur „Battle
of Nürburgring.“ Die Leute gingen auch hier wieder gut ab. Schlusspunkt
setzte deren Überhit „Killing in the Name of“ . Headliner
waren schließlich DIE TOTEN HOSEN, die ich mir jetzt zum x-ten Mal angetan
habe. Alte
Klassiker wie „Liebeslied“, „Opel-Gang“ und „Hier kommt Alex“
wechselten sich mit neuzeitlichen Ausrutschern und BAP/PUR Anlehnungen wie
„Schön Sein“ oder das unsägliche „Bayern“ ab. Letztendlich
schaue ich mir die HOSEN aber immer noch ganz gerne live an, auch wenn ich mir
deren Platten nicht mehr kaufe.
|
|