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COCKNEY
REJECTS
Der ganze Pott war ja schon gespannt auf dat
Happening an diesem fröhlichen Freitag. Die einen konnten sich keinen dümmeren
Ort zum Party machen vorstellen, die anderen hatten dicke Klöten, weil sie
endlich die alten Männer live sehen konnten. Naja, so extrem war es nicht, um
ehrlich zu sein. Ich jedenfalls ging objektiv an den Gig ran. Denn im Vorfeld
kochte der Kessel schon heftigst. Den alten Assi Engländern wurde übelster
Ausverkauf vorgeworfen. Eine Gage von 17000,- Ecken war im Gespräch, und
Rockstar Allüren noch und nöcher. Was aber auf jeden feststand war,
dass dies mal wieder eine Grossveranstaltung werden sollte, bei der man Hinz
und Kunz trifft. Und dem war auch so. Leute, die sonst scheinbar den Arsch
nicht hochkriegen, sind auf solchen Events immer anzutreffen.... Es fing schon
lustig an. Auf dem Parkplatz vor dem Laden stand ein Van mit ein paar lustigen
Holländer, die sich fleißig von einem ihrer Mädels ablichten ließen. Natürlich
immer schön mit dem Tätowierten Arm nach vorne, mann gönnt sich ja sonst
nichts. Ärmer noch als diese Ärmchen waren die Preise am Eingang. 28,- . Wem
soll man hierfür nun den Schwarzen Peter zu schieben? Der Kufa, dem
Veranstalter, oder der Band, die ordentlich Gage verlangt? Ich weiss aus
Erfahrung, dass so etwas auch anders gehen kann. Aber das haben
Grossveranstaltunegn anscheinend an sich. Großer Gig, großes Geld! Der Laden
war nicht ausverkauft, aber gut gefüllt. So weit ich weiss mit ca. 1000-1500
Rockern. Und nicht alle waren wegen den Rejects gekommen, aber dazu später
mehr. Die Soul Boys hab ich leider verpasst, da man sich, wie gesagt, bei so 'nem
Gig schnell festlabern kann. Schade, eigentlich hätte ich gern gesehn wie die
Jungs sich Live gebären. Und vor allem, wie der Sänger aussieht. Ich kenne
nur zwei Songs von den Jungs, die mich nicht unbedingt vom Hocker hauen. Aber
diese Ian Stuart Gedenk Stimme hat schon was, besonders wenn sie aus dem Hals
eines Punkrockers kommt. Von den Schweizer Vanilla Muffins hab ich mir aber
ein paar Songs reingetan. Und, Zuckerhut ab. Übelst viel Melodie, aber leider
noch nen bisken Steif auf den Beinen. Der Mob feierte kräftigst. Und ich
eierte ersteinmal von dannen. Laberrababer vor der Halle... Manni aufwachen,
Andi sauf nich so viel, wenne mir ins Auto kotzt... fahr ich uns
tot!... Und dann rannte der Haufen wieder in den festlichen Saal.
Die Rejects legten mit fettem Live Sound los. Erster Eindruck, wat für dicke
Assis. So sehen die Engländer am Ballermann aus. Der Gitarrist: Hulk Hogan
Bart und auf der Halbglatze nen Kopftuch, der Sänger: kräftiger fett
Sack im oliven Tank Top. Der Bassist: voll Spacken (ich mag es nicht wenn alte
Männer meinen, Szene Bezug mit einem nigelnagel neuen Londsale Shirt
herzustellen, das sie eben in der Boutique umme Ecke gekauft haben)
Ich muss schmunzeln, als ich mir die alten Fotos der Jungs mit den dünnen
Armen ins Gesicht rufe. Und ich muss Lachen, als der Sänger den ersten
Hartplastikbecher volles Pfund gegen die Rübe bekommt. Hut ab an den Mann. Er
schmeisst erst das Mikro weg, nachdem er ein Fuck hinein geheult hat. Singt
dann aber, unter den ganzen Gig andauernden Becher und Kippen Regen, weiter.
Ich hätte keinen Becher auf die alten Säcke geworfen. Den die Show hatte
ordentlich Druck - auch wenn viel Scheisse gespielt wurde. Der Mob feierte
mit, und gegen ihren Ausverkauf protestiert man garantiert nicht, wenn man ihn
mit 28,- Piepen unterstützt.
Fazit: Die Rejects sind von der Atitüde her
sicherlich Spacken. Wollen noch ma lecker Geld machen, in dem sie dem Volk die
Kracher vor die Füsse werfen, die es will und sich Streetpunk/Skinheadmäßig
dazu verkleiden (Bsp.: alter Mann - neues Shirt). Privat scheissen die Männer
darauf, bringen ihre Töchter nach Hause und setzten sich mit gelalltem
Cockney in den nächsten Pub. Ich weiss nicht, ob ich die DM 28,- wirklich dafür
bezahlt hätte... Ich glaub es nicht, denn dieses Geld können die vielen jungen
Bands sicher besser gebrauchen. Deren Zeit ist jetzt. Nicht die Zeit alternder
Rockstars....
(Sammy 40595)
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