Rage Against The Machine
04.02.00 Düsseldorf, Philipshalle

Dass die gute alte Philipshalle mit über 7000 Zuschauern schon Wochen vor diesem Event ausverkauft sein würde, wollte sich kaum jemand vorstellen. 'The Battle Of Düsseldorf' war also bestens besucht und konnte kurz nach Acht mit dem Set der ASIAN DUB FOUNDATION beginnen. Die englische Formation, welche wohl vor allem wegen ihrer politischen Einstellung hervoragend zum Headliner passt, präsentierte 'ne dreiviertel Stunde ein Gemisch aus Jungle, HipHop, Rock, Reggae und diversen anderen Stilen. Die Songs hatte eine gewisse Eingängigkeit, die vor einigen Jahren schonmal zum Video-Aiplay verhalf. Diese Musik ist sicherlich nicht Jedermanns Fall, wurde dennoch mit Applaus kommentiert. Der Anfang des Abends war nicht überwätigend, aber sicherlich auch nicht schlecht.
Nachdem RATM ganz Rockstarlike über 'ne dreiviertel Stunde auf sich warten liessen, gab's mit 'Testify' den Startschuß. Der Innenraum war zu Beginn der Show sehr (wenn nicht zu) voll und die Leute waren tierisch heiß auf Zack & Co.; es ging einiges...Zunächst wurden nur Songs der letzten beiden Platten gespielt, später gab's dann die alten, und wohl auch besseren Sachen. Die Kommunikation zwischen Band und Publikum war nur sehr minimal vorhanden, schließlich ist man es ja gewohnt, dass Mr. Rocha fast kein Wort Richtung Pit verliert. Nur zum Song 'Freedom' gab's ne ziemlich lange Anrede, die natürlich (was auch sonst?) politischer Natur war.
Dabei fällt mir ein, dass RATM ja eigentlich - sollte man Interviews und Lyrics Glauben schenken- eine kommunistische, oder zumindest antikapitalistische Band sind. Bei solch einer Einstellung erscheint es dann aber ein wenig deplaziert, den Ticketpreis bei knapp 50 Märkern anzusetzen und für T-Shirts, die in der Produktion 5 - 10 Eier kosten, mal eben 35 Ochen zu verlangen.
Da wurde das Ziel leicht verfehlt und meine Sympathie gilt dann doch eher den Bands, die nicht versuchen neue Systeme einzuführen, sondern sich um die wichtigeren Sachen kümmern. Nämlich dafür zu sorgen, dass die Leute, die Miete & Essen der Band bezahlen, nicht abgezogen - oder von den Bodyguards vom Bühnenrand gewichst - werden. ( So geschehen mit einem Fan, der versuchte Kontakt zu RATM aufzunehmen). Liebe Jungs aus L.A., agiert mal ein bißchen mehr basisorientiert!
Aber genug dazu, zurück zur Show. Die war eigentlich ziemlich geil, da RATM gut Druck machen konnten. Zwischendurch gab's das ein- oder andere mittelmäßige Stück, zur Zugabe (nach 10 Minuten Wartezeit) wurden dann aber Knaller wie 'Bulls On Parade' oder 'Killing In The Name Of' gezündet.
Vermisst hab' nur den geilen 'Bombtrack', der in den gut 80 Minuten leider nicht zum Besten gegeben wurde. RATM waren - wie erwartet - live ziemlich geil, deshalb kann man sich auf die großen Sommerfestivals schon jetzt freuen. (nico)