PUNK-O-RAMA TOUR
26.09.00, Petaluma (USA) - Phoenix Theater

Da ich ja schon in Kalifornien weilte, dachte ich mir et wär doch mal cool eine dieser Epitaph-Touren zu sehen, die sogenannte PUNKORAMA-Tour. Das führte mich am 26. September in Städtchen Petaluma, da ich die San Francisco Show nicht sehen konnte. Petaluma liegt ungefäht 50 Meilen (sind ca.85 Km) nördlich von San Francisco, in den Kalifornischen Weinbergen. Die Show fand im berühmten PHOENIX THEATER statt (da hat so ziemlich jeder, der nen Namen hat gespielt und spielt immer noch...). Erstaunt hat mich der frühe Beginn um 18 Uhr; der wurde einigen der Einheimischen fast zum Verhängnis, da das anscheinend nicht so bekannt war. 
Den Anfang der Vier-Band-Show machten dann STRAIGHT FACED. Die spielen soliden HC, ohne dass aber was besonderes dahinterstecken würde. Sind nicht schlecht, aber eben nur Durchschnitt. Mit ihnen konnten auch so manche der sich langsam eintreffenden Kids nicht viel anfangen.
Danach hiess es dann Bühne frei für ein paar lebende PunkRock-Legenden. Es war Zeit für ALL. Die vier alten Herren (so alt sehen die gar nicht aus) legten dann eine gute Show vor, bei der sich dann auch das Publikum, es waren mittlerweilen mehr geworden, zum ersten mal bemerkbar machte. Das Set bestand aus einem Querschnitt durch einige Jahre ALL, was bei zehn (oder so ähnlich) Alben gar nicht so einfach ist. Ich persönlich muss gestehen, dass ALL nie so wirklich meine Sache waren, aber ich habe ziemlichen Respekt vor den drei Musikern Alvarez, Stephenson und Eggerton. Zum einen weil die zeigen dass PunkRock nicht nur auf simplen drei Akkorden beruht, im Gegenteil, und zum anderen, weil sich so manche junge Band etwas von ALL abschauen könnte. Angeblich sollen sie in S.F. nicht so gut gewesen sein, aber an dem Abend lief alles glatt...
Langsam wurde es voller im PHOENIX (obwohl immer noch weniger Leute da waren als ich gedacht hätte, bei dem Line Up...), und die Leute machten sich bereit auf die nächsten Altherren, AGNOSTIC FRONT. Die wollten die Bühne nicht betreten ohne ihr Einmarschlied, und als man endlich den Haustechniker fand, der das Ding dann abspielte, konnte es langsam losgehen. Wobei, langsam war das nicht. Die New Yorker legten gut los, und das tat auch die Menge. Roger Miret und Co. zeigten, dass auch sie einiges auf ihrem musikalischen Buckel haben und nicht wenig bieten können. Höhepunkt des Abends war die gleichnamige Hymne des letzten Albums, "Riot,Riot,Upstart". Irgendwann stand da auch ein Typ aus dem Publikum auf der Bühne und sang dann ne Nummer. Aber das coolste war ein höchstens Achtjähriger(!), der zweimal aus dem Publikum auf die Bühne kletterte und sich schon recht früh im Stagediving übte. Gottseidank haben die ihn beide male Aufgefangen. Aber das ist das Bild des Abends gewesen...
Des Abschluss des Tourprogrammes boten dann die VOODOO GLOW SKULLS. Die legten sofort los mit Nummern des neuen Albums. Und machten dort weiter mit dem Publikum, wo die Vorgänger aufgehört haben. Die Zuschauer waren echt begeistert vom Anfang...Mehr kann ich dann zu den VOOdOO GLOW SKULLS nicht sagen, denn als die ihr drittes Lied anstimmten begab ich mich dann zum Gespräch mit ALL. Ich weiss nur, dass am Ende so ziemlich alle zufrieden waren. Das bedeutet, dass auch die VOODOO GLOW SKULLS einen wirklich guten Abend hatten.
PUNKORAMA war wirklich (zumindest an diesem Dienstag abend) eine Show, die das Prädikat "ziemlich gut" verdient... (zolly)