|
NO USE FOR A NAME
& NERF HERDER
29.08.00, Frankfurt - Batschkapp
Also, da NERF HERDER und NO USE FOR A NAME so gut beim Bizarre überzeugen konnten, hiess es gleich nichts wie hin zur Show nach Frankfurt. Denn beide Bands zählen eigentlich zu der Kategorie "Da sollte man sich jede mögliche Show anschauen".
Nun gut, bevor eine der beiden Bands die Bühne betrat, durften RANSOM ran, die zusätzliche Begleitung auf der Deutschlandtour sind. Die Berliner konnten eigentlich nicht recht überzeugen, denn so leid es mir tut, aber ich finde ihr Zeug so interessant wie das Kochrezept von Kaffee. Alles klingt wie schon mindestens tausend mal dagewesen, aber in einer abgestandenen Version.
Als erste der beiden grösseren Bands ware dann NERF HERDER dran. Man merkt den Männern aus Santa Barbara, Kalifornien, an, dass sie froh sind endlich auch in Europa touren zu können. Schon auf dem Bizarre konnte man sehen, dass das Quartet hierzulande recht gut ankommt. Dies wurde in Frankfurt aber gleich um ein vielfaches getoppt. Die Menge schien fast jedes Lied auswendig zu kennen, und diese gute Stimmung wirkte sich dann natürlich auch wiederum auf die Band aus. Deren Sänger Parry bewies, dass er neben Showmasterfähigkeiten auch einiges an Dummschwätzen beherrscht. Irgendwann stand er dann im Publikum und sang, während einer aus der Menge auf der Bühne für ihn Gitarre spielte. Die Band, die den Buffy-Titeltrack geschrieben hat (den man übrigens bei jeder Show zum Besten gibt), hat klargestellt, dass sie mehr kann als nur 50 Sekunden-Songs für Teenie-Vampirserien zu schreiben, weit mehr.

Danach kamen dann die Headliner des Abends zum Zuge. NO USE FOR A NAME, das waren gestern 90 Minuten lang Energie pur, was auf Grund der letzten CD nicht unbedingt selbstverständlich war, fiel diese doch erheblich ruhiger aus als ihre Vorgänger. Die Band hat mit dem neuen Gitarristen David wirklich gleichwertigen Ersatz gefunden für den desertierten Chris Shifflet, der jetzt bekanntlich bei den FOO FIGHTERS die Saiten bedient. In dieser Zeit schafften die vier einen guten Shcnitt durch alle ihre Alben runterzuspielen, ohne dass es einen Schwerpunkt bei einem gab. Und genauso wie in der Band steckte auch im Publikum mächtig viel Dampf, was dann in einer unendlichen Stagediverorgie endete, die wirklich vom ersten Leid bis zum Ende der Show andauerte. Im mein Herz hat sich hauptsächlich Basser Matt Stone gespielt, der alle fünf Minuten versuchte mir seinen Bass über den Kopf zu ziehen, und irgendwann dachte meine Schultern wären ein schöner Platz um seine Füsse zu parken (das hätte er fast bereut...). Was er bei mir nicht geschafft hatte, holte er dann bei Parry von NERF HERDER nach, den er mehrfach als Podest benutzte, ob auf seinem Schoss stehend oder auf dem krabbelnden Parry knieend (man hat mehrfach gemerkt, dass diese zwei Bands sehr gut zusammenpassen). Bei den Zugaben gab's auch literweise Wasser für's Publikum, das Sänger Tony Sly fast ununterbrochen über den Leuten entleerte. Vor allem als Basser Matt den Schlusssong im Alleingang sang, auch deshalb weil NERF HERDER-Basser Justin nicht mitmachen wollte. Der war lieber mit zwei Mädels beschäftigt...Am Ende hatte dann jeder was von diesem Abend...
Bleibt nur zu hoffen, dass keine der beiden Bands mit längerer Abwesenheit in deutschen Clubs glänzt.
(zolly)
|