DIE KASSIERER
08.12.00, Dortmund - FZW

Nachdem wir nun soviel von den Livequalitäten der studierten Ruhrpottasis gehört hatten und sämtliche Songs nur von Platte kennen, war es an der Zeit, dem Literarischen Quartett bei einer Darbietung beizuwohnen.
In Dortmund angekommen, sind wir erst mal in eine kleine Inzest-Stehpizzeria eingekehrt, wo der Schwager der Bäcker war und der Meister übelst die Lampen an hatte. Die Pizza war salzig, dafür hat uns Chefe ne Runde Tuborg ausser Dose ausgegeben.
Vorgruppe war irgendeine Iro+Skin+DeutschPunk-Band aus Heiligenhaus, die wir konsequent ausgelassen haben.
Gegen 22.00 Uhr betraten die KASSIERER die Bühne. Der ganze Laden war ebenso besoffen, wie die Band selber. Wölfi zeigte erst mal seinen dynamischen Bierbauch. Ja, da können sich einige ne Scheibe von abschneiden. Dann passierte gar nichts. So nach fünf Minuten ging es dann mit "Besoffen Sein" los und der Mob grölte. Der angebliche Hochburg der Sozialarbeiter, Dortmund, wurde mit dem dafür passenden Song gehuldigt. Ein Hit schloss sich dem nächsten an und irgendwie kommt das Gefühl auf, man kennt alle Songs, ohne sie auch schon mal gehört zu haben... Ich nenne mal stellvertretend "Blumenkohl am Pillemann", "Die Scheide von Angela Merkel", "Mein Glied ist zu groß" (Recht hatter), "Ich töte meinen Nachbarn und verprügel seine Leiche", oder auch das lahme "Mach die Titten frei, denn ich will wichsen". DIE KASSIERER wollten den anwesenden Gästen zeigen, was es bis getz noch nie in Dortmund gegeben hat: Kultur.
Nachdem alle vier mindestens einmal ihren Lachs gezeigt haben, war es nach neunzig Minuten vorbei. Die 4P-Prüfstelle für jungendgefährdendes Gedöhns beschließt: DIE KASSIERER sind Kunst. Unglaublich.
(markus m.)