GRADE & ENSIGN
08.09.00, Schorndorf - Hammerschlag


Das Hammerschlag in Schorndorf ist bekannt dafür, dass immer wieder wirklich gute Sachen stattfinden. Es ist aber auch bekannt dafür, dass man sich immer wieder verfährt bis man da ist. Für die, die's nicht wissen, Schorndorf idt ein Dorf nordöstlich von Stuttgart, und es ist wirklich so, dass man sich erst mal richtig verfahren muss bis man schliesslich das Hammerschlag findet, und das obwohl mein Reisebegleiter dort schon des öfteren war.
Dort angekommen konnten wir uns von einer anderen Eigenart des Hammerschlag vertraut machen, nämlich der, dass Shows dort immer etwas spät beginnen. So auch diesmal, nämlich so gegen 22.30. An für sich ist das ja was gutes, nur wenn vier Bands spielen kann das ne ziemlich lange Angelegenheit werden.
Also, die erste Band war eine New School Hardcore Band aus der Schweiz, deren Namen ich aber wieder vergessen hab. War aber auch so nicht der Rede wert, da waren mir persönlich die ganzen CD-Stände lieber. Als nächste kamen dann BOBBY PERU dran, die schon etwas mehr Leute vor die bühne bewegen konnten. Die haben auch ein ganz ordentliches Set runtergespielt, das so um die 30 bis 40 Minuten ging. Aber auch hier muss ich zugeben, dass ich es vorgezogen hab mich mit einigen ENSIGN-Leuten zu unterhalten.
Die kamen dann auch als nächste dran, deshalb wird es ab jetzt auch genauer. ENSIGN waren an diesem Abend wieder man wirklich gut drauf, und das obwohl man die Nacht davor in Florenz gespielt hatte und 14 Stunden bis nach Schorndorf fahren durfte. Die Band hat livetechnisch wirklich einiges drauf, man merkt den Leuten an, dass sie Spass an der ganzen Sache haben. Es gab wieder mal nen guten Schnitt durch die bisherigen Veröffentlichungen, und, was mich überrascht hat, war, dass so gut wie jeder in der Menge die ganzen Texte von vorn bis hinten drauf hatte. Und mir war nicht bekannt, dass ENSIGN so viele Fans unter 17jährigen, gutaussehenden Mädles haben. 
Nach der Dreiviertelstunde ENSIGN wurde es dann aber auch Zeit für den Headliner dieses Abends, GRADE. Die Jungs aus Kanada hab ich schon auf dem Bizzare kurz gesehen, und da konnten sie nicht nur mich überzeugen. Nur, wenn sie mal länger spielen dürfen, dann zeigen die wirklich auch was in ihnen steckt. Vor allem bedeutet ein erweitertes Set mehr Abwechslung, und so konnte man von der ersten CD bis zur aktuellen von allen etwas hören, wobei ich persönlich lieber mehr von den neuen Sachen gehört hätte, die gefallen mir am besten.
Während der ganzen Stunde, die GRADE gespielt haben, stand das Publikum nicht still, obwohl es nciht so energisch war wie bei ENSIGN zuvor. Dafür war dann Tim von ENSIGN im Publikum und zeigte, dass er auch in der Menge Crowdsurfing beherrscht. Sieht übrigens lustig aus, so ein Ami, der an der Decke hängt. Das einzige Problem, das GRADE hatten, war die mittlerweilen nasse Bühne, auf der Sänger Kyle ein paar mal fast ausgerutscht wäre. GRADE's Mischung aus Emocore (hören die ja gar nicht so gerne) und Rock'n'Roll war wirklich ein krönender Abschluss dieses Abends (mittlerweilen war es halb zwei). Alles in allem ein gutes Hörerlebnis, da hat sich das Umherirren und der Schlafmangel ( nachdem noch alles vor Ort erledigt war, war ich um 4.30 daheim) wirklich gelohnt...(zolly)