|
| |
WITH FULL FORCE
23. - 25.06.00, Roitzschjora
KONZERTBERICHT
Guten Tag! Zur maximalen Unterhaltung haben wir
die Berichterstattung zum diesjährigen FULL FORCE FESTIVAL in zwei Teile
geteilt, der Andi übernimmt den Erlebnis- und Reisebericht, während ich mich
in dem nun folgenden Konzertbericht den dort anwesenden Bands und ihren
Auftritten widmen werde.

Nachdem wir gegen 15.00h das gute Aldi-Zelt fertig aufgebaut hatten, machten wir
uns langsam auf in Richtung VIP-Bereich, erstmal sichten. Gut da.
BRIGHTSIDE spielten zu dieser Stunden bereits im Zelt - die letzten drei Songs
inklusive 'Ring Of Fire' kamen beim Publikum gut an. Nicht schlecht, Kassel.
Aber auch nicht wirklich überragend angesichts des noch bevorstehenden
Bandprogrammes. VOICE OF A GENERATION kamen mit 'ner Stunde Stau-Verspätung auf
die Stage, wir haben allerdings auch da nur den letzten Song mitbekommen. Die
restliche Zeit wurde eigentlich immer wieder zwischen VIP-Bereich - Bier-Holen -
und der guten HARD BOWL (Zeltbühne) gependelt, der Weg war kurz, das Bier kalt.
Lecker. LIBERATOR ok. Die alten Stücke sind halt die besseren, wurden aber
weniger als das neue Material bedacht. Wenig später kam dann mit den Streetpunx
BOMBSHELL ROCKS der erste richtig geil Gig des Abends zustande, die jungen Männer
waren rotzig wie eh und je, und hatten zudem mit 'Street Art Gallery' eine immer
noch sehr coole Scheibe im Gepäck.
Danach ging's dann zum ersten Mal raus zur
grossen Bühne, wo neben den reichlich vertretenden Metal-Poppern die New York
Crew um MADBALL aufspielen sollte. Man, hat der Freddie dicke Arme, der pumpt
wohl nur noch. Seine Erscheinung wirkte auf der fetten Bühne dennoch imposant,
dickes Stageacting plus zahlreiche gute Tracks ('Down By Law', 'Streets Of Hate'
& einiges Neues) sorgten für DAS Konzert am ersten Tag. Geil. Im Zelt waren
NO FUN AT ALL zugange, die man aber zugunsten von MADBALL ausließ. Die alten
Schweden han' ich eh schon 1000mal gesehen. Es war schön, 59 TIMES THE PAIN mal
wieder zu sehn, deren coole Mischung aus alten HC-Burnern und der neuen
Streetpunkschiene gefiel ein weiteres Mal. Nach denen kamen dann SHELTER, die
ich das erste Mal live sah. Ray macht 'ne sehr ausgiebige Bühnenshow, von wegen
Jumps und zahlreichen Kung-Fu-Tritten. Die waren gut, liefen aber erst am
darauffolgenden Montag im Solinger Getaway zur Höchstform auf. SHELTER sind
eher 'ne Clubband.
Yo, draussen hat man noch die letzten Songs von SUCH A SURGE erhaschen können,
is halt so wie immer gewesen, das Publikum hat aber nich so sonderlich
euphorisch drauf reagiert.
Nach etlichen Bieren und einer Umbaupause von über 'ner Stunde kam dann der
Headliner des Wochenendes auf die grosse Bühne - also, ich kann ja nicht so
besonders viel mit IRON MAIDEN anfangen, doch der absolute Großteil des
Publikums ist für diese britische Kapelle extra hier aufs Dorf rausgekommen.
Die Bühnen- und Lightshow war nicht schlecht, und auch der ein - oder andere
besonders melodische Hit (Wie heiss t
nochmal dieser ganz große Smasher? Der kam gut...) hat nicht gerade gestört,
dennoch reichen bei dieser Mucke gute 30 - 40 Minuten. Man sollte sie halt mal
gesehen haben - für 'ne Metalband war's nicht schlimm. Der erste Tag ging
zuende....der zweite begann zugleich mit ner coolen US BOMBS-Show. Duane Peters
besoffen oder nüchteren, das spielt keine Rolle, der alte Haudegen ist dermaßen
kaputt - seine Bühnenshow ist deswegen dementsprechend unterhaltsam. FARMER
BOYS mussten dann nicht sein, dafür kamen danach DISRESPECT aus Berlin, ja,
Metalcore, der sehr energisch vorgetragen wurde - auf Platte sicherlich
langweilig, aber live nicht schlecht. Auf der grossen Bühnen begannen derweil
THE EXPLOITED ihr Set, alte Helden sterben nicht...Deren Show war nicht so
besonders toll, größtenteils mittelmäßiges Programm. Die Leute fanden es
auch nicht so besonders geil, zum Schluß gab's dann den Song mit diesem Chanson
'Sex & Violence'. Naja. Im Zelt spielten GLUECIFER ihre letzten Nummern, der
Mob ging ab, die sollte man doch mal im Club begutachten. DAILY TERROR sind
alte, dreckige Alkoholiker. Scheisse. IGNITE hingegen sind junge
Sportskameraden, die sicherlich einen der besten Zelt-Gigs der gesamten drei
Tage hinlegten. Die Menschen bewegten sich, der Zoly auch und alle waren
zufrieden. Einige neue Nummern, dazu alte Schoten wie 'Embrace' und ein
Bierdosen-Weitwerf-Wettbewerb. Zoly forderte die Menge dazu auf, ihn abzuwerfen,
dementsprechend hektisch bewegte er sich dann, und die Security bekam die Dosen
auffe Nase.
Zum Abschluss kamen alle Skins nach vorne, denn THE BUSINESS waren am Drücker.
Cooles Set mit allen Hits - 'Real Enemy' und 'The Truth...' waren die besten
Sachen, dass erfreute Evan von BIOHAZARD am Bühnenrand ebenso wie die Glatzen
vor der Bühne. Draussen sollte dann kurz nach neun der Co-Headliner des Abends
auftreten, es war schön AGNOSTIC FRONT mal im etwas größeren Rahmen zu sehen.
Gewohnt explosive Show mit 'Crucified' und etlichen weiteren Höhepunkten. Es
kommt schon cool, wenn 20.000 Menschen 'Gotta Go' mitbrüllen und der gute Roger
dazu über die Bretter fegt. Evan von BIOHAZARD hat dann noch ein Duett mit
Roger gesungen, der sich wiederrum zwei Stunden später revanchierte. Die
BIOSALAT Show war eigentlich ok, es gibt sicherlich bessere Bands als die harten
Jungs aus Brooklyn, aber ihre Mischung aus Hardcore, Metal und ein wenig HipHop
ging ok. Vom coolen, oldschooligen 'Mata Leao'-Album wurde sehr wenig gespielt,
dafür gab's etliche allte Klassiker, die musikalisch nicht unbedingt meine
Schiene waren. Aber die gute Lightshow machten BIOHAZARD sicherlich zum besseren
Abschluß des Samstages als es SLIPKNOT oder PANTERA gewesen wären. Nur die
etwas dumpfen und wenig authentisch rüberkommenden Ansagen von den Jungs
nerven...ja ja, Hard Life und Unity.
Der eigentliche Headliner kam erst später im VIP-Zelt, wo der gute MAMBO KURT
'ne Rocker Show zum besten gab, die nur einen Tag später nochmal von ihm übertroffen
wurde. Dazu mehr in Andis Erlebnisbericht...danach waren wir auf Grund des
Bierkonsums allerings gut im Arsch, rafften uns denoch auf, um gegen 2.20h die
Poser von HARDCORE SUPERSTAR im Zelt zu begutachten. Rock'n'Roll, der
musikalisch gut rüberkam - die Platte ist ja auch ziemlich gut gelungen.
Melodischer als etwa die BACKYARD BABIES, so will man schon bald dicke Arenen füllen.
Der zugeknallte Gitarrist kam Dregen schon relativ nah, zumindest was das
Posing-Potential angeht. Korrekte Show, nicht mehr, nicht weniger. Pennen....Der
heilige Sonntag bildete dann den Abschluß des Festivals, an jenem Tag sollten
dann aber die verhältnismässig schlechtesten Acts aufspielen. HARD RESISTANCE
haben abgesagt, wenig später gab's dänischen Hardcore von BARCODE. War 'ne schöne
Show der Anti-Straight-Bier-Trinker, die Roadies steuerten nicht wenige Back-ups
bei und das aktuelle Werk wurde dementsprechend gehuldigt. Schade nur, dass 'Wankers'
ausgelassen wurde. MIOZÄN boten ne klasse Live-Perfomance, die im schmuddeligen
Club noch 3mal besser rüberkommen dürfte. Das neue Werk kann viel, obwohl das
beste Stück 'Passion' leider hier auch nicht gespielt wurde.
Den besten Auftritt des Tages legten SKARHEAD hin, die 'Kings of Crime'
ballerten sich durch ihre zwei Alben. Hardcore meets HipHop samt Dj und
unterhaltsamen Sprüchen, sehr schön..... Draussen war übrigens die Spaß-Kameradschaft
in Form von JBO und KNOKARTOR zugange, konnte man sichd durchaus ein paar
Minuten angucken, obwohl das VIP-Zelt zuweilen dann doch mehr zu bieten hatte.
FORGOTTEN kommen aus Caliland und boten bewährten TKO-Streetpunk, wobei die
SPERMBIRDS überaschend viel Spaß verbreiteten. Sympathische Band, ich sollte
da mal ein bisschen was nachholen. MACHINE HEAD hatten Soundprobleme, waren aber
auch nicht so der Hammer. Na ja, die sind nicht so mein Genre....EARTH CRISIS
schon eher, wobei die live besser als auf Platte waren. Bei der energischen Show
stören dann auch die Metalroots nicht mehr so sehr, ging ok. Als wir noch
MACHINE HEAD begutachteten, gab's bei EC wohl 'nen lustigen Zwischenfall - ein
paar Skins warfen Karl 'ne volle Bierdose ans Knie, worauf die SKARHEAD-Jungs
dann sofort runter in den Pit sind, erstmal austeilen. Hätte ich gern' gesehen,
denn Lord Ezec & Co. waren bei der Aftershowparty dank Mambo Kurt schon
wieder in bester Laune.
Die ' Comedy meets NYHC' - Fotos:
(v. l. n. r.) Andi, Mambo
Kurt, Nico. (unten): Lord Ezec (SKARHEAD), Pirat (SKARHEAD)

Zum Abschluß noch 40 Minuten SLAYER geguckt, das
war ja richtig scheiße. Ok, ich kann mit der Mucke von SLAYER
überhaupt nix anfangen, von daher bin jetzt
wenig objektiv, aber auch die Bühnenshow war einfach nur langweilig. Aber das
war nicht weiter schlimm, denn wir waren ja nicht wegen den Matten-Bands,
sondern wegen dem schon fast Rekord-verdächtigen Aufgebot an Hardcore Bands
angereist.
Im Endefekt war das FULL FORCE so geil wie sein Line-Up, klasse Bands, klasse
Location auf dem Dorf und mit über 20.000 Zuschauern auch nicht so das
super-grosse Dingen. Da kann man nur hoffen, dass auch im nächsten wieder 'ne
'Hard Bowl' stattfindet - denn dank dieser und den paar New Yorker Bands auf der
Hauptbühne ist das WITH FULL FORCE mal locker das beste Festival 2000. Ohne
jetzt hier kommende Ereignisse vorweg nehmen zu wollen, sei gesagt, dass selbst
Veranstaltungen wie das BIZARRE oder sonstige Spätsommer-Festivals auf Grund
des Line-Ups die Kraftpackung aus Roitzschjora nicht toppen werden. Bis zum nächsten
Jahr...... (nico)
Ein Erlebnisbericht des guten Andis folgt
bald.........................
| |
|