DECONSTRUCTION-TOUR
05.06.00, NL-Tilburg - 013

Am Montag, den 05.06.2000 machte die Deconstruction-Tour in Tilburg/NL halt. Und weil das ja so wichtig ist, machten wir uns gegen 10.00 morgens Richtung Nachbarland auf, die alltime-favorite Bands direkt an nur einem Tag zu sehen.

Mehr oder weniger spontan wurde dann erst mal im strömenden Regen ein dreistündiger Zwischenstopp in Eindhoven eingelegt.Was tun, wenn es aus Eimer giesst und man nur mit einem T-Shirt bedeckt ist? Richtig. Ein Schirm musste her. Aber nicht irgendeiner. Es wurde schließlich ein wunderschöner Euro2000-Oranje-Schirm, der uns erstens den holländischen Regen vom Leib hielt und zweitens für zweifelnde Blicke sorgte. Essensmässig wollten wir dann auch nichts falsch machen: McDonalds. Von dort aus konnten wir einen Skinhead ausmachen, den wir folgendermassen ansprachen:

Nico: Do you know, where a Punk/Hardcore-Shop is?

Skinhead: Hä??

Nico: Oi!

Skinhead: Aaaaahhhhh!!!

Etwa 30 min. Später und nur drei Strassen weiter kehrten wir in den Hinterhof-Punk/Ska/Oi!/Hardcore-Laden SKANKY´LIL (St.Catharinastraat 1/G; für alle, die mal ín Eindhoven sind) ein, wo der sich Nico den in Deutschland sehr raren Sampler, Knock Out.....in the 4th Round kaufte, während ich mir das in jedem Schlecker-Markt erhältliche H2O Debut-Album holte. Der Laden ist jedenfalls empfehlenswert.Und weil grad ein Coffee-Shop in der Nähe war, konnten wir uns nicht lumpen lassen und mussten auch dort zuschlagen. Nun ja.

Gegen 15.00 ging es dann 40km weiter westwärts nach Tilburg. Das erste was wir zu sehen bekamen, waren zwei, etwa zwölfjährige, ich denk mal Pakistani, die uns gezeigt haben, wie denn so ein Hitler-Bärtchen aussieht. Glauben die denn immer noch, dass jeder Deutsche ein Nazi ist? Brauchen DIE nicht Nachhilfe in Sachen Geschichte und Gegenwart? Aber über diesen Affront konnten wir auch noch lachen. Schliesslich sind wir für die Musik gekommen und nicht für Politik.

Mehr als eine Stunde sind wir anschliessend durch Tilburg gefahren, um endlich den 013Club zu finden. Ein richtig neuer Laden. Allerdings mit dem Manko, das die Tanzfläche sehr klein ist und es stufenweise nach hinten weiter hoch geht. Schön auch die Parkmöglichkeiten im angrenzenden Parkhaus. Für nur fünf Gulden ist man dabei. Gegen 16.30 trafen wir ein und konnten prompt ein Interview mit Russ von Good Riddance machten.

Um 17.00Uhr machte die TERRORGRUPPE pünktlich in einer gut gefüllten Halle den Opener und zeigte sich von ihrer besten Seite. Englische Ansagen, pseudoholländisches Gelaber und andere Spässe sowie die übliche Ausziehaktion von Sänger Archi folgten. Am Besten kam beim Publikum natürlich "Linda" an. Ansonsten gingen die Leute nicht so grossartig drauf ab.

17.30Uhr Ende - 17.45Uhr standen schon GUTTERMOUTH auf der Bühne. Die schnellen Umbauphasen liessen keine Langeweile aufkommen. GUTTERMOUTH schmeckte uns überhaupt nicht. Der Sänger eierte wie auf Duracell rum und erinnerte an Ingo, von den DONOTS. Musikalisch war das auch eher die 08/15-Schiene.

18.30Uhr standen die MAD CADDIES auf der Bühne und konnten mit ihrem SkaPunk das komplett zugekiffte Publikum so etwas wie in Bewegung setzen. War gut. Um 19.15Uhr waren dann SNAPCASE an der Reihe. Aus jener fielen sie aber mit ihrem sperrigen NewSchool-Hardcore, kamen aber dennoch beim Publikum gut an. Von 20.00-20.30Uhr betraten GOOD RIDDANCE die Bühne und spielten eines: Hits, Hits, Hits.

"Steps", "Festile Fields" und wie sie alle heissen. Mit ihrem Mix aus Punkrock und Hardcore kamen sie bestens an. Zum erstenmal bildete sich ein regelrechter Pogo in der Crowd, der noch zu einem "Circle Pit" ausgebaut wurde. Sehr geiler und überzeugender Auftritt der politisch motivierten Punks. Cool auch die Ansage: "I love my Country, but I know what´s wrong." Würde das ein deutsche Band sagen...............

Die Zeit von 21.00 bis 21.45Uhr war für die MIGHTY MIGHTY BOSSTONES bestimmt. Die Setlist enthielt u.a. "Someday I Suppose", "Impression That I Get" und "Allow Them" vom neuen Album. Der Auftritt liess keine Wünsche offen und es machte einfach Spass, die Band wieder zu sehen. Dicky Barett meinte, sie wären heute morgen um 09.00Uhr hier angekommen und wären sofort in eine.........Bücherei gegangen und hätten ein Buch gekauft. haha.

 

Das Publikum ging allerdings nicht mehr ganz so heftig drauf ab, weil ja noch ein Headliner kommen sollte. Und der war ab 22.15Uhr für 60 Minuten NoFX, nachdem sich in der Pause unter den 2200 Fans eine gewisse Unruhe breitgemacht hat. Fat Mike begrüsste uns mit einem "You guys are soooo eeaaaasyyy, man." Einer wurde als "Hippie-Punk" und Hefe als mexikanischer Jude der kein Englisch kann geoutet. Die Jungs waren extrem gut gelaunt. Angefangen mit "Fuck the Kids" über "Soul Doubt", "Perfect Government", "Just the Flu", "Louise" bis zum üblichen Ende "Together on the Sand", "Lori Meyers", "The Brews" und "Buggley Eyes", blieb kein Auge trocken.  

Die Leute gingen, je nachdem wie die Tütchen wirken, entweder durch individuelles Tanzen, oder aggressives Boxen ab. Hier ging jedenfalls einiges. Das ganze Package gab es für schlappe 37,50FL schon fast im Sonderangebot. (markus m.)