Beatsteaks * Donots29.10.99, Köln - Underground...unter der Bezeichnung 'Ladies First - James Last'-Tour, zogen zwei Bands durch die Lande, die mit ihren neuesten Platten überall dickes Lob ernten konnten. Demnach war das Underground mit gut 350 Leuten auch ausverkauft und schon die DONOTS rockten das Haus. 'True Faith' oder 'You Cannot' waren mal wieder Knaller, die den Mob zum Schwitzen brachten. Das war aber im Gegensatz zu dem, was bei den BEATSTEAKS abging, noch relativ wenig, denn die Berliner legten in ihrer gewohnt sympathischen Art das Haus in Schutt und Asche. Etliche Stagediver und ein fetter Pogomob waren Beweis für begeistere Reaktionen der Leute. Die Setlist bestand zum größten Teil aus neuen Nummern, wie 'We Have To...' oder 'Shut Up Stand Up'. Besser gefielen die Sachen der '48/49', wobei besonders 'Me Against The World' und 'Unminded' rockten. Nachdem die ÄRZTE gecovert und MANOWAR Tribut gezollt wurde, gab's von Arnim, ganz solo, die Ballade 'Mietzi's Song' zum Abschluss. Die BEATSTEAKS bestätigten den Eindruck, der nach den fulminanten Festival-Shows des Sommers entstanden ist. Sie sind 'ne Spitzen-Liveband, obwohl man in den kleinen Clubs aus Platzmangel natürlich auf das extreme Stageacting Arnims verzichten muss. Hoffentlich verkaufen die Jungs etliche Platten und werden steinreich - sie haben's definitiv verdient! (nico) Schon auf dem Weg von Zuhause ins Underground - in weiser Voraussicht mit der U-Bahn zurückgelegt- wird das Unglaubliche wahr: Die U-Bahn verfährt sich! Muß also noch einen Marsch von 15 min. zurücklegen. Na super, das fängt ja toll an... Das nächste Übel folgt sogleich: Eine etwa hundert Meter lange schlange Wartender, zum größten Teil Minderjähriger im sogenannten "Biergarten". Großartig. Wenigstens finde ich Robert, den Tourmanager, sofort und Beatsteak-Sänger Arnim ist trotz arktischer Temperaturen sonnigst gelaunt, also los, wo bleibt der Spaß? Eine gute halbe Stunde später dann die ersten Töne von der Bühne. Donots. Fand ich auf dem Bizarre eigentlich kein bißchen gut, aber draußen ist es fies kalt, also seh ich's mir trotzdem mal an. Und das ist gut so, die Jungs rocken echt und sind dabei auch noch supernett und tres charmant. Von Wannabe und der Arroganz, die ich ihnen noch vor Wochen unterstellte, keine Spur. Weil ich sie zuvor nicht mochte, kenne ich natürlich auch nicht viel außer dem bereits in Überdosis gehörten und dennoch netten OUTSHINE THE WORLD, das sich allwöchentlich in der Freitagslokalität meiner Wahl großer Beliebtheit erfreut und auch auf diesem Konzert auf Begeisterung stößt, sowie dem New Order-Cover TRUE FAITH, das ebenfalls überzeugt. Durchweg famose Stimmung im Publikum und auf der Bühne und alles in allem ein gelungenes Set, ich bin geläutert und gebe etwas Asche auf mein Haupt, während ich auf die Beatsteaks warte. Einige nicht wirklich gute Kölsch später... es geht weiter! Was hat Arnim denn da an? Guter Gott, ist dieses Oberteil wirklich aus Lack? Aber egal, es geht sofort ab und die Begeisterung im Publikum haut den einen oder anderen direkt mal von den Füßen. Die sehr glaubhaft vermittelte Ankündigung im Eingangsbereich des U., für Stagediven und klettern an den Traversen unverzüglich rauszufliegen, scheint vergessen, die Band haut richtig drauf und es überrascht mich nicht, daß so ziemlich jeder der Anwesenden komplett textfest ist. Es wird einem richtig warm um's Herz und egal, was als nächster Song angekündigt wird, jedes Stück wird mächtig abgefeiert. Hat diese Band nur Hits? Noch während ich mir die Frage stelle, ob die Berliner auch vor LAUNCHED schon für derartige Euphorie sorgten, nimmt Arnim mir die Grübeleien ab und fragt die Anwesenden nach deren Meinung zum Vorgänger 48/49. Die lautstarke Antwort spricht für sich und alle Fragen sind beantwortet, die Jungs sind offenbar die Helden des Abends. Meine persönlichen übrigens auch, wieder mal ein großartiges Konzert mit allem, was dazugehört, einschließlich fettem Kater am nächsten Tag. (michi) |
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