Endless Summer Festival
24.08. - 25.08.01, Leipzig
Von Berlin aus sind wa dann nach Leipzisch gefahren, dat sind nur 180km. Dort angekommen, wurde das schöne Flughafengelände beobachtet, die Zelte aufgebaut und das erste Bier angesetzt. Wenige Minuten später sollte auch schon der Ruhrpottpöbel im weissen Bulli eintreffen, vor denen is man ja nirgendwo sicher. Glücklicherweise liess Führer Spiller direkt mal ein schönes Pavillon errichten, der Meeting-Point zum Biertrinken war erschaffen. Irgendwann am Spätnachmittag fingen die ersten Bands an, wobei ich I DEFY in voller Länge begutachten durfte. Diese Old School-Kapelle besteht aus ehemaligen VEIL- und MIOZÄN-Menschen und lieferte 'ne ordentliche Vorstellung ab. Leider war an beiden Tagen bis zu den Co-Headlinern am späten Abend meist wenig Bewegung vor der Bühne zu vernehmen, viele der gut 2.000 Leute trauten sich wohl erst bei Dunkelheit aus den Zelten. Wat kam danach? Biertrinken, wie immer. UNCONQUERRED aus Amiland waren für HEAVEN SHALL BURN eingesprungen, deren SxE-Metal war aber nicht meine Baustelle. Die Lampen gingen langsam an. Jetzt kann ich mich kaum noch an wat erinnern, aber irgendwann waren RIGHT DIRECTION auffer Bühne. Die Musik von denen is ja nicht schlecht, das berühmt-berüchtigte "Enemy"-Lied haben se nicht gespielt, zumindest war ich da nicht anwesend. Der Gig war aber auch nichts besonders, die Leute gingen bei den darauffolgenden BAMBIX 'ne ganze Ecke mehr ab. Der vermeintliche Headliner des Festivals, TURBO AC'S, konnte alle Menschen vor die Bühne locken, ich hab's mir teilweise auch direkt von oben angeguckt. Wie üblich gab's 'ne coole Show mit allen Hits inkl. Zugaben, wobei ich mich nur noch an einige Tracks erinnern kann. Von der darauffolgenden Aftershow-Party im Hangar hab ich nichts gesehen, denn am Meeting-Point war Gesprächsrunde mit ostdeutschen Streetpunkbands angesagt. Der Manni hat den Grill umgefegt, wat einige Leute noch heute heiter werden lässt. Naja, CHARGE 69 hätten im Rahmen der Hangar-Nacht schon interessiert, dummerweise haben die Franzosen aber abgesagt. Gut war's bis dahin. Augenzeugen meiner Tätigkeiten sprechen von einem Promillegehalt wie bei 1000 Russen. Lassen wir das mal dahin gestellt.
Der Samstag wurde zunächst mal zum obligatorischen Freibad-Besuch genutzt, wobei wir die Jungs von BOMBSHELL ROCKS bereits mittags im örtlichen Supermarkt antrafen. Als erste Band spielten die Schweden von SMOOTH AND GREEDY auf, netter PunknRoll mit Elvis-Einschlag. Ging in Ordnung, war aber auch nichts Grosses. WARP NOIN kannte ich vorher nicht, die Herren aus deutschen Landen spielen netten Skacore. MUFF POTTER fingen früher als erwartet an, wir waren leider nicht dabei. Dafür gab's dann die SOUL BOYS aus Hamburg-City, welche ich eigentlich nicht so spektakulär finde. Als Gesprächssurround gings okay. Ach ja, vorher waren DURANGO 95 an der Reihe, diese Herren haben ja ein erstaunliches Debut vorgelegt, wobei die Liveumsetzung nicht wirklich an die Platte anknüpft. Wenn man die einmal gesehen hat, weiss man was geht. Wobei die Bühne diesmal auch ziemlich hoch war, und die Leute davor müde. Vor DURANGO 95 war ich auf SOULS ON FIRE sowas von gespannt - und die Herren sollten mich nicht enttäuschen. Die Stimme und der Bass gehörten früher mal zu MIOZÄN, doch anstatt Old School Hardcore gibt es nun besten Streetpunk, der manchmal an BONECRUSHER erinnert. Melodie meets Energie meets gute Lyrics wie etwa "Proud Without Prejudice". Obwohl ich nur 4 der 10 Songs kannte, hat der Gig mir gut gefallen, da wird was draus. I DEFY-Shouter Raoul krabbelte zudem nackig über die Bühne, während Kuddel zwei Paletten Billig-Bier verschenkte. Bier ist ein gutes Stichwort, denn die SOULS ON FIRE-Leute können natürlich auch einiges trinken, und dank ihrer vielen Getränkemarken gingen auch wir nicht leer aus. TRINKER-LIZENZ, wa? LOIKAEMIE aus Plauen waren an diesem Samstag der heimlich Headliner und die drei Herren boten eine sehr gute Vorstellung. Geile und aggressive Mucke, zudem klare Ansagen, um die sich 90% aller deutschen Oi!-Bands seit Jahren drücken. Die Menge tobte zurecht. Grosses Kino. BOMBSHELL ROCKS gefielen ebenso, konnten aber nicht annährend die Resonanzen ihrer Vorgänger einfahren. Die vor LOIAKEMIE aufspielenden BONES waren auch ziemlich tight, nunja, die Herren sieht man ja alle Nase lang. Aber den Mob hat's gefreut, scheint so, als wennn die Knochen hierzulande schon ziemlich beliebt sind. Im Hangar gab's dann noch 'ne Hardcore-Night, wobei COMPACT JUSTICE einen ordentlichen Opener machten. Auch FARMER's BLVD. gefielen mir gut - zumindest das, was ich verfolgen konnte. Erstaunlich viele Menschen gingen darauf ab. HIGHSCORE aus Münster waren musikalisch sicherlich der beste Act dieser Nacht, auch wenn ihr Set von Boxereien unterbrochen wurde.
Kurzer Schluss, weil ich jetzt keinen Bock mehr hab: Schönes Gelände / gute - weil intime Atmosphäre / Szene-bezogen (sehr geile Mischung aus Oi!-, HC-, Punkrock- und RnR-Bands) / coole Bühnensecurity und auch sonst ist das ENDLESS SUMMER ein völlig sympathisches Festival. Sowas findet man heutzutage nur noch selten, im nächsten Jahr lässt sich ein weiterer Besuch nicht vermeiden. (nico)