Donots & Midtown
04.02.01, Bochum - Matrix
Zu spät angekommen und deshalb leider FORCE OF CHANGE - Ibbenbüren Hardcore - verpasst. Hätte ich gerne mal gesehen, gerade vor diesem Publikum. Das war allerdings nicht ganz so schlimm wie vorher befürchtet. Viele Mädels waren da, allerdings nicht nur 13jährige. Insgesamt lag wohl 'ne Mischung aus Kirmesjungs, Bankangestellten mit Piercings, Teenies und SkatePunk-Volk vor. Skinheads und HardcoreLeute wurden vereinzelt auch gesichtet. An die 600 Menschen hatten sich im ehemaligen Rockpalast Langendreer versammelt - diese Location ist aber irgendwie scheisse. Heiss, optisch sieht das aus wie 'ne dumme Röhre und früher gab's dort immer arge Soundprobleme. Das war bei den DONOTS aber überhaupt nicht der Fall. Auf jeden Fall kam ich passend zur MIDTOWN-Show in den Laden - die vier Amis boten schlichten PopPunk, der mich nicht vom Hocker reissen konnte. Ich weiss schon, warum ich mir deren letzte Platte kaum angehört habe. Puuh. Nach 20 Minuten Umbau legten die DONOTS dann los, in den folgenden 75 Minuten wurde das neue Album fast ohne einen Song auszulassen runtergespielt, dazu gab's vereinzelt ein paar Songs der "Better Days Not Included"-LP. Zudem wurde mal wieder TWISTED SISTER und NEW ORDER gecovert. Das Übliche halt. Ich muss zugeben, dass ich von der Live-Vorstellung doch enttäuscht war, gerade weil ich die neue Platte zuhause rauf und runter gehört habe. Ich weiss nicht, woran es gelegen hat - vielleicht hatte ich keinen Bock drauf oder war nicht in der Stimmng für Pop-Konzerte - aber mit zunehmender Spieldauer wurde der Gig immer langatmiger. Die ganze Angelegenheit erschien mir viel zu geleckt arrangiert. Wer meine früheren Live-Reviews über die DONOTS gelesen hat, wird wissen, dass ich schon desöfteren Probleme mit den Ansagen und dem Auftreten hatte, wobei die Shows im letzten Jahr allerdings ok gingen. In Bochum hatte ich aber erneut den Eindruck, dass mir die Zwischen-Ansagen doch arg auf die Eier gehen. Eigentlich hatte ich gerade in den letzten Monaten - in denen die Band zu Popstars mutiert ist - ein wenig Respekt gezollt, denn immerhin ist man weiterhin darauf bedacht, kleine Shows zu spielen und irgendjemand von den Jungs organisiert in Ibbenbürren wohl auch ganz korrekte Punk- und HC-Shows. Sowas ist mir wichtiger als 'ne Diskussion über 'nen MTV-Video. Aber nach diesen Live-Eindrücken kam mir der ganze Gig wie ein Kinder-Geburtstag vor. Und die Band mittendrin. All die 15jährigen freuen sich schon wieder auf die nächste BLOODHOUND-Gang Tournee.....
Vielleicht sollte man die DONOTS aber auch einfach nur als PopBand akzeptieren, die ganz korrekte Punk/Emo-Mucke macht und damit immer noch besser rüberkommt als UNCLE HO, MY BALLOON oder andere Schwachköpfe.
Letzte Anmerkungen: Der Song von der Ende Februar erscheinden DONOTS/MIDTOWN Split-7" ist um einiges härter als das "Pocketrock"-Material, also aufgepasst!
Zum Abschluss gab's "Outshine The World", ich war bereits auf dem Weg zum Parkplatz und werde mein Glück nächsten Monat in Köln nochmal versuchen. Vielleicht komm' ich dann besser drauf klar... aber spätestens bei der Show im AK 47 wird mich alles komplett wegflashen. Hoffentlich. (nico)