Deconstruction Tour
23.05.01, Offenbach - Stadthalle
Ok, woran kann man in Deutschland am besten sehen, dass es wieder Frühling wird? Daran, dass man nicht mehr zum Ballermann fahren muss um einen absoluten Idioten aus sich zu machen, sondern auch im heimischen Biergarten knapp der Alkoholvergiftung entgehen kann? Vielleicht, aber noch eher sieht man es an diesen zwei Dingen: es sind Pfingstferien, also ist überall Stau, und die Deconstruction Tour zieht wieder mal durch's Land! Und letzten Mittwoch konnten der Nico und ich uns beide von diesen zwei Gründen überzeugen. Er brauchte 4 Stunden von D-Town nach Offenbach, und ich 3,5 Stunden für 90 km (von Heidelberg aus)!
Das war nicht nur ne lustige Fahrt. Und prompt kamen wir an beim vorletzten Song von CATCH22. Die Victory-Skaler sind nicht wirklich mein Ding, und daher war ich froh keine andere Band verpasst zu haben. Also erst mal die Zeit nutzen und sich ausgiebig mit dem Merchandize vertraut machen (an dieser Stelle geht der Goldene Korrekt an die Jungs der BOUNCING SOULS, die für 10 Mark ein Shirt an den Mann brachten!).
Bei der nächsten Band war dann aber Schluss mit rumlaufen, denn jetzt waren AVAIL dran. Da ich die schon mal gesehen hab, wusste ich was mich erwartet. Eine wirklich gute Live-Band, die gutes Material zu bieten hat, und zudem noch den einzigen Cheerleader der Punkszene, Beau-Beau. Und an diesem Abend hat mich nichts davon enttäuscht. Die Richmonder um Sänger Tim zeigten wirklich eine gute Leistung. Es gab ne gute Mischung aus melodischen und härteren Songs.
Danach waren die BOUNCING SOULS an der Reihe. Die hab ich mir lieber aus der Ferne angehört, nicht weil sie schlecht wären, sondern weil ich fand, dass es nun an der Zeit war mein Geld für alles Mögliche auszugeben. Der Nico meint, dass es die früher richtig gut gefunden hat, und ich muss zugeben, was ich hörte klang nicht schlecht. Scheinen musikmässig wirklich was draufzuhaben.
Trotzdem war Einkaufen schöner. Ausserdem bot das Rumlaufen genügend Möglichkeiten soziale Kontakte zu pflegen. Der Tourauftakt scheint ein Magnet für so ziemlich alle Fanzines südlich der Elbe gewesen zu sein (Gruss an Lauri vom Roter Faden
Fanzine)... Ok, zurück zur Show. Umbauphase beendet, und Bühne frei für SNUFF. Ich mag die Engländer, sind ziemlich witzig. Nur muss ich an dieser Stelle sagen, dass sie mir das letzte Mal besser gefallen haben. Das lag weniger an der Band selbst als am Sound, der nur während ihrem Auftritt an Qualität abgenommen hatte. SNUFF haben mittlerweilen Zuwachs bekommen, es gibt einen zweiten Gitarristen, und der Keyboarder spielt auch Saxophon. Eigentlich sind das Kriterien, die die Band interessanter machen würden. Würden sie auch, wenn es eben nicht die Soundprobleme gegeben hätte. Trotzdem eine nicht schlechte Leistung, auch wenn sie meinen Favoriten "Marbles" nicht gespielt haben.
Beid den nächsten zwei Bands wird es etwas komplizierter. Nach SNUFF waren BOYSETSFIRE dran, allerdings habe ich sie nicht gesehen, da ich zur gleichen Zeit ein Interview mit SNUFF-Sänger Duncan bestritten habe. Aber die Reaktionen auf sie waren durchwegs positiv. Sollen eine gute Show geliefert haben. Ich hatte dann später auch die Gelegenheit dern Sänger Nathan zu treffen, ein wirklich lustiger Typ, da fand ich es schade, dass ich sie nicht live gesehen habe. Dieses Treffen war ein Interview, das auf Kosten der daurauffolgenden Band stattfand (da seht ihr wie wir uns für euch opfern, verpassen gute Bands um Intis für euch zu sammenls...). Und das waren die Herren von WIZO! Ja, dies war ihr erster Auftritt seit fast vier Jahren. Ich persönlich hatte noch nie so viel Interesse an ihnen, aber Nico freute sich sie endlich mal wieder zu sehen, da er die Band mal ziemlich gut fand. Den Opener "Raum Der Zeit" hab ich noch mitbekommen, übrigens mein persönlicher Favorit, denn die Nummer gefällt mir wirklich! Nico fand es war ein durchschnittlicher Gig. Wenn man bedenkt, dass sie so lange nicht mehr auf der Bühne waren...
Wie dem auch sei, jetzt wurde es für mich erst richtig lustig. Die nächsten zwei Bands gehören meiner Meinung nach zu den ganz Grossen, ich hab beide schon mindestens einmal gesehen, aber es ist immer wieder interessant sie sich reinzuziehen. Die Rede ist von SICK OF IT ALL und
PENNYWISE. Zunächst einmal war die Reihe an den New Yorkern. Das, was Offenbach da zu sehen bekam, war die geladenste und beste Performance der Band, die ich bisher gesehn habe. Die nicht mehr ganz so jungen Herren gingen wirklich ab, und es war deutlich, dass sie ihren Spass hatten. Zwar sind 35 Minuten für sie nicht so viel, aber dafür machte man das Beste daraus, oder wie
mit Basser Craig Ahead vor der Show sagte "Wir haben nur 35 Minuten, also gehen wir die ganze Zeit ab und müssen uns keine Sorgen machen ob wir müde werden. Es gibt nur 35 Minuten Power!" Und das war dann auch so. Die Wahl der Songs fiel wie immer auf eine breite Mischung aus alt und neu. Sowohl die härteren alten Töne als auch die melodischere neue FAT-Phase waren gut vertreten. Mir persönlich hat zwar "Hello Pricks" gefehlt, aber dafür gab's meine persönliche Nummer Eins, "America". Hardcore band as good as it could
be! Und nun zum Abschluss eines wirklich coolen Tourauftaktes mit PENNYWISE. Eindeutig der Publikumsfavorit dieses Abends. Endlich konnte ich die Kalifornier mal mit Gitarrist Fletcher sehen, denn beid er letzten Tour war er auf Grund einer Verletzung nicht dabei. Ist schon was anderes wenn Chubakka selbst die Bühne dominiert. Es ist ja bekannt, dass auch PENNYWISE langsam in die Jahre kommen, aber ihre Musik und ihre Shows sind nach wie vor sehr gut, auch wenn man der Kritik zustimmen muss, dass die Band nicht gerade das Paradebeispiel für Innovation ist. Dieser Abend wurde, wie jede Show auch, zu einer Sammlung der grössten Hits wie "Living For Today", "Perfect People", "Pennywise" und natürlich der "Bro Hymn". Es ist in der Tat ein interessantes Bild wenn man so viele Leute sieht, die alle mit voller Begeisterung jede Zeile jedes Songs mitsingen. PENNYWISE wissen einfach die Menge in den Bann zu ziehen. Ach ja, und ein neues Album hat man auch, das in 3 Wochen erscheint. Deshalb gab es auch zwei Nummern davon zu hören, die beiden hymnenverdächtigen "Fuck Authority" und "The World".
Ein durch und durch guter Auftakt zu dieser Tour...
Und so endete ein weiterer cooler Konzerttag, und ich bin wirklich froh, dass BLINK 182 entgegen allen Bemühungen nicht bei dieser Tour dabei waren. Und zurück nach Hause dauerte es dann auch um einiges weniger....... (zolly)