American Nightmare & Born From Pain
03.08.02, Arheim (NL) - Goudvishal
Aufgrund eines einigermaßen derben Saufgelages kam ich recht verkatert und zu früh in Arnheim an. Eigentlich sollte die Show so um halb sieben starten, doch aus mir unbekannten Gründen verschob sich der Beginn um mehr als anderthalb Stunden. Somit langweilte ich mich bis zum Beginn der ersten Band, „Know Your Enemy“ vor der Tür und verfluchte die Tatsache, so früh aufgestanden zu sein. Doch drinnen verbesserte sich meine Laune auch nicht wesentlich, denn KYE konnten mich mit ziemlich durchschnittlichem Youth Crew HC nicht unbedingt überzeugen. Die zweite Band Fair Fight, spielten dann in der gleichen Liga. Zwar bewegten sich die Leute vor der Bühne schon mehr als bei KYE, doch mich langweilten Fair Fight ziemlich, da ich absolut kein Bisschen Eigenständigkeit feststellen konnte. Es kommt sowieso äußerst selten vor, dass mir so ´ne ´88 Straight Edge – Style Combo gefällt. Vielleicht liegt das daran, dass dies nie wirklich die Mucke war die mich geprägt hat, oder mit der ich mich in irgend einer Form identifizieren konnte. Wie auch immer, weiter ging es nach dem Youth Crew Gewitter dann mit den Tuff Guys von Born From Pain. Die Jungs, die sich mit ihrem derben Moshsound mittlerweile eine ziemlich große Fangemeinde erspielt haben, waren mit drei neuen Leuten am Start. Trotz sehr gutem, neuen Drummer kam für BFP Verhältnisse auch nicht wirklich Stimmung auf. Der Gitarrensound war zu leise und somit zu dünn und Sänger Ché tat auch nicht sonderlich viel, um das Stimmungsbarometer zu heben. Na ja, vielleicht war es einfach nicht ihr Tag – so was kommt halt auch in den besten Familien vor. Dann folgte endlich die Band, auf die ich gewartet habe – American Nightmare!!! Die Senkrechtstarter, die als Band erst seit ca. zwei Jahren aktiv sind, legten wie könnte es auch anders sein, druckvoll und temporeich los. Bereits bei der ersten Gitarrenrückkopplung rasteten die Leute völlig aus. Von da an gab es durchgehendes moshen, stage-diven und slammen. Darüber hinaus wurde fast jede Textzeile mitgesungen. Vor der Bühne herrschte Chaos in Vollendung! Lediglich nach dreiviertel des Sets, wurde das Tempo für das langsame, leicht melancholische „this is ours um etwa 5 Minuten gedrosselt. Während dieses introartigen Stückes starrte Sänger Wes kontinuierlich mit versteinerter Miene ans andere Ende des Konzertraums. Die Reaktionen auf dieses „Lied“ waren gemischt. Ich selbst fand es nicht weiter tragisch, Sehen wir „this is ours“ einfach mal als eine Art Verschnaufpause an. Anschließend wurde dann glücklicherweise in gewohnter Manier weiter drauf los gebrettert. Nach einer guten halben Stunde Set und zwei Zugaben verabschiedeten sich die Herrn aus Boston dann. Ich hab die Band bis jetzt zwei Mal Live gesehen und lege jedem, der die Jungs noch nie on Stage gesehen hat nahe, dies schleunigst zu tun. AN zählen meiner Meinung nach zu den besten Liveacts der Stunde. American Nighmare sind die Macht und Live kaum zu schlagen!!!! (christian)